Währing
HERZLICH WILLKOMMEN IM BEZIRKSMUSEUM WÄHRING! Wir freuen uns über Ihren Besuch und möchten auch auf unsere Veranstaltung "Rätselrallye im Bezirksmuseum" hinweisen, die bei jeder Öffnungszeit von allen Personen (ab 9 Jahren) gemacht werden kann - ein kleines Geschenk erwartet Sie.
Blick in die Dauerausstellung des Bezirksmuseums Währing, Foto: Klaus Pichler

Blick in die Dauerausstellung des Bezirksmuseums Währing, Foto: Klaus Pichler

 

 

Durch den Hausflur gelangt man – leider nicht barrierefrei (12 Stufen) – in die Museumsräume. Dort wird man über die einst selbstständigen Dörfer informiert die ab 1892 den 18. Bezirk bilden. Den zahlreichen Persönlichkeiten die in Währing wohnten und wirkten sind Schautafeln gewidmet. Auch über das bis 1938 vorhandene judische Leben wird ausführlich berichtet. Vielen bezirksspezifischen Merkmalen wie Bauten, den öffentlichen Verkehr, Sport, dem Cottageviertel und den Parkanlagen wird Raum gewidmet.

Das Schmuckstück des Museums ist ein großes Holzrelief „Sterbende Maria im Kreise der Apostel“ aus der Donauschule von 1520, das 1905 in der Gersthofer Straße vergraben gefunden wurde und sich bereits seit November 1948 als Schenkung im Museum befindet.

Sterbende Madonna im Kreise der Apostel, Donauschule, um 1520, Bezirksmuseum Währing, Foto: Klaus Pichler

Sterbende Maria im Kreise der Apostel, Donauschule, um 1520, Bezirksmuseum Währing, Foto: Klaus Pichler

Besondere Objekte sind Modelle eines Speditions-LKW der Firma Norbert Rast aus 1946 und zwei Modelle aus dem ehemaligen Gasthaus Lutz in Pötzleinsdorf, die ein Pferdegespann mit Weinfässern und eine Weinpresse zeigen.

Modell eines Pferdegespanns aus dem ehemaligen Gasthaus Lutz in Pötzleinsdorf, Bezirksmuseum Währing, Foto: Klaus Pichler

Modell eines Pferdefuhrwerks aus dem ehemaligen Gasthaus Lutz in Pötzleinsdorf, Bezirksmuseum Währing, Foto: Klaus Pichler

Zur Geschichte des Bezirksmuseums Währing

Nach 1920 bildeten Lehrer aus dem Bezirk eine „Arbeitsgemeinschaft Währinger Heimatkunde“ mit Sitz in der  Schopenhauerstraße 49 (damals Realschule).  Bereits im Jahr 1923 erschien ein Werk mit dem Titel „Währing – ein Heimatbuch des 18. Wiener Gemeindebezirkes“ im Selbstverlag, ein Jahr später folgte der zweite Teil und 1925 ein dritter Teil. Diese Bücher behandelten die Geschichte der ehemaligen Dörfer Währing, Weinhaus, Gersthof, Pötzleinsdorf, Salmannsdorf und Neustift am Walde, welche zu dieser Zeit (1890 – 1938) den 18. Wiener Gemeindebezirk bildeten. Sie vermitteln sowohl Einsichten in die weit zurückgehende Geschichte als auch über Flora und Fauna, Gewerbebetriebe und Bautätigkeiten, Schulen und Universitäten, unter Verwendung von Augenzeugenberichten.

Aus der Arbeitsgemeinschaft entstand der Gedanke zur Gründung eines „Währinger Heimatmuseums“. Es wurden Urkunden, Schriften und andere Objekte gesammelt, jedoch die unruhigen Zeiten und die Suche nach einem entsprechenden Ausstellungsort verzögerten immer wieder eine echte Museumstätigkeit.

Erst 1938 kam es zur Konstituierung eines Vereines für die Errichtung und Erhaltung eines Heimatmuseums in Währing. In der Schule Bischof Faber-Platz wurden zwei Klassenzimmer für die Errichtung des Museums zur Verfügung gestellt. Noch im selben Jahr wurde der Verein von den NS-Behörden wieder aufgelöst.

Blick in die Dauerausstellung des Bezirksmuseums Währing, Foto: Klaus Pichler

Blick in die Dauerausstellung des Bezirksmuseums Währing, Foto: Klaus Pichler

Nach dem Zweiten Weltkrieg rief der Währinger Senffabrikant Hans Sartory, Enkel des einstigen Währinger Bürgermeisters Alexander Sartory, das Museum wieder ins Leben. Am 7. Juni 1948 wurde der „Verein Währinger Heimatmuseum“ neu gegründet, am 4. Mai 1952 konnte das Museum in einigen Räumen des Amtshauses eröffnet werden. Als Hans Sartory 1960 verstarb, wurde das Museum geschlossen.

Fünf Jahre später gelang es einigen Bezirksräten von ÖVP und SPÖ in gemeinsamer Initiative den „Verein Währinger Bezirksmuseum“ und das Bezirksmuseum zu reaktivieren. Zwei Kustoden wurden gefunden: Helmut Fielhauer vom Institut für Volkskunde und Gerhard Jagschitz vom Institut für Zeitgeschichte an der Universität Wien. Die Zeitschrift „UNSER WÄHRING“ wurde ins Leben gerufen, die seit 1965 bis heute viermal im Jahr erscheint und über Geschichte und Geschichten der ehemaligen Dörfer Währing, Weinhaus, Gersthof und Pötzleinsdorf berichtet (die Bezirksteile Salmannsdorf und Neustift am Walde wurden im Jahre 1938 dem 19. Bezirk eingegliedert).

Eingang zum Bezirksmuseum Währing, Foto: Klaus Pichler/Bezirksmuseum Währing

Eingang zum Bezirksmuseum Währing, Foto: Klaus Pichler

1970 konnte das Museum im Amtshaus wieder eröffnet werden, der Museumsverein hatte zu diesem Zeitpunkt etwa 1.200 Mitglieder. Weitere Museumsleiter waren dann Wolfgang Etschmann, Helmut Haas und Paul Katt. Von 2012 bis 2025 war Doris Weis als Museumleiterin ehrenamtlich tätig. Seit 2026 leitet Herbert Bichl das Bezirksmuseum Währing.