Persönlichleiten
aus Favoriten
Peter Singer – Lokalhistoriker und Autor
Peter Singer war über viele Jahrzehnte eng mit dem Bezirksmuseum Favoriten verbunden, das für ihn zu einer zweiten Heimat wurde. Seit 1979 engagierte er sich dort ehrenamtlich und prägte die Arbeit des Museums nachhaltig. In späteren Jahren übernahm er auch die Funktion des stellvertretenden Leiters und wurde zu einer wichtigen Stütze des Museumsteams.
Als Lokalhistoriker lag sein besonderer Schwerpunkt auf der Geschichte Favoritens, vor allem auf der Eisenbahn und den Bahnhöfen im Bezirk. Mit großer Genauigkeit und viel Leidenschaft erforschte er diese Themen und galt in diesem Bereich als ausgewiesene Autorität. Zahlreiche Beiträge für die „Favoritner Museumsblätter“ zeugen von seinem umfangreichen Wissen und seinem Einsatz für die lokale Geschichtsforschung.
Durch sein jahrzehntelanges Engagement hat Peter Singer das Bezirksmuseum maßgeblich mit aufgebaut und dessen Arbeit entscheidend mitgeprägt. Für seine Verdienste erhielt er den Berufstitel „Professor“ sowie den „Goldenen Wasserturm“ der Kulturkommission Favoriten.
Das Museumsteam beschreibt ihn als außergewöhnlich engagierten und kenntnisreichen Mitarbeiter. Mit seinem Tod Ende Jänner 2021 verlor das Museum nicht nur einen geschätzten Kollegen, sondern auch ein großes Stück Wissen über das historische Favoriten – eine Lücke, die nur schwer zu schließen ist.

Peter Singer, Foto: Bezirksmuseum Favoriten
Berta (Berti) Wenzel – Lokalhistorikerin und Autorin
Berta Wenzel war über viele Jahre eine engagierte Mitarbeiterin im Bezirksmuseum Favoriten und eng mit der Erforschung und Vermittlung der Bezirksgeschichte verbunden. Als Lokalhistorikerin widmete sie sich mit großer Sorgfalt der Aufarbeitung und Präsentation der Geschichte des 10. Bezirks.
Sie war ein wichtiger Teil des Museumsteams und wirkte an zahlreichen Ausstellungen und Projekten mit. Dabei brachte sie ihr umfangreiches Wissen über die Geschichte Favoritens ein und trug wesentlich dazu bei, die Sammlungen und Präsentationen des Museums anschaulich und lebendig zu gestalten. Auch in der Betreuung von Veranstaltungen und Vermittlungsformaten war sie aktiv tätig und vermittelte Geschichte auf verständliche und zugängliche Weise.
Ein besonderer Schwerpunkt ihrer Arbeit lag in der Museums- und Vermittlungstätigkeit, durch die sie Besucherinnen und Besucher mit der Vielfalt der Favoritner Geschichte vertraut machte. Darüber hinaus war sie auch im kulturellen Umfeld des Bezirks aktiv, unter anderem bei Kultur 10 sowie im Foto-Forum, wo sie sich ebenfalls engagiert einbrachte.
Neben ihrer Tätigkeit im Museums- und Kulturbereich galt Reisen und Fotografie zu ihren persönlichen Leidenschaften. Ihre fotografischen Interessen und ihr Blick für besondere Momente ergänzten ihre kulturhistorische Arbeit und prägten ihren Zugang zur Dokumentation und Darstellung des Bezirks auf vielfältige Weise.
Im Jahr 2019 beendete Berta Wenzel ihre aktive Mitarbeit im Bezirksmuseum Favoriten. Ihr langjähriges Engagement und ihre Verbundenheit mit der Kulturarbeit im Bezirk bleiben ein wichtiger Bestandteil der lokalen Geschichts- und Vermittlungsarbeit in Favoriten.

Berta Wenzel, Foto: privat
Aus ihrem Werk:

Adele Sandrock
Adele Sandrock (1863–1937) war eine der großen Bühnen- und Filmlegenden ihrer Zeit, deren Präsenz und Ausdruckskraft das Publikum nachhaltig beeindruckten. Bereits früh stand sie auf den bedeutenden Theatern Europas und wurde am Wiener Volkstheater zu einer strahlenden Ikone der „Wiener Moderne“. Unvergessen sind ihr Auftritt 1893 in Arthur Schnitzlers Märchen sowie ihr Debüt als Maria Stuart am Burgtheater. Später arbeitete sie mit Max Reinhardt in Berlin und prägte ab den 1920er-Jahren auch den deutschen Stumm- und Tonfilm, wodurch sie eine zweite, ebenso erfolgreiche Karriere begann.
Sandrock starb 1937 in Berlin, doch ihrem Wunsch entsprechend wurde ihr Sarg nach Wien überführt. Auf dem Weg machte der dreiteilige Überführungskondukt am 6. September auf dem Hauptplatz in Linz Station, was zahlreiche Passanten anzog. Am 7. September fand die öffentliche Aufbahrung in der Kirche des Matzleinsdorfer Friedhofs statt, wo neben Sandrocks Sarg auch ein zweiter für die Gebeine ihres Vaters, ihrer Mutter und ihrer Tante vorbereitet war. Nach ihrem letzten Willen wurden ihre Eltern – 40 bzw. 20 Jahre zuvor verstorben – gemeinsam mit ihr in einer von Wilhelmine Sandrock erworbenen Familiengruft beigesetzt.

Rudolf Krziwanek: Adele Sandrock (1863-1937), 1894, Wien Museum