Fotos: Klaus Pichler
Hurra! Wir werden heuer 60 Jahre alt. Das Bezirksmuseum Neubau wurde am 19.09.1966 vom Volksliedforscher Georg Kotek samz vieler Mitstreitern und ein paar Mitstreiterinnen initiiert. Seit 1. April 1978 ist es in einem der ältesten Gebäude mitten in Neubaus einst verruchtestem Vergnügungsviertel situiert: im Amerlinghaus am Spittelberg.
Ausstellung? Ausstellung_en!
Wir haben unseren Museumsraum gestalterisch zoniert: in unserem größten Raum (ca. 55 m²) ist Platz für Sonderausstellungen. Im mittleren Bereich (ca. 25 m²) entsteht eine Dauerausstellung zur Seidenindustrie, basierend auf dem biedermeierlichen Tagebuch einer Seidenfabrikantengattin vom Brillantengrund. In unserem dritten „Raum“ finden Sie ein Sammelsurium von Dingen, die Bezirksgeschichten erzählen, und eine historische Budl vom Farbenhändler Somogyi auf der Burggasse, an der Sie jederzeit gern einen guten Espresso bekommen.
Auch 2026 sind es mehr als 30 Personen, die in ihrer Freizeit zum Museum beitragen – und trotzdem lassen sich nicht alle tollen Ideen umsetzen. Dazu bräuchte es mehr Menschen oder mehr Freizeit.
Es erwarten Sie im Laufe des Jahres Ausstellungen & Veranstaltungen zu folgenden Themen:
Sonderausstellung Otto Alscher – Von der Westbahnstraße in die Wiener Moderne (19.09.–20.2.2026)
Die Pädagogin und Germanistin Helga Korodi beforscht seit Jahrzehnten den Schriftsteller Otto Alscher und kann an seinem Beispiel tiefe Einblicke in die Zeit der Wiener Moderne und der Literatur geben. Bis 20.2. ist noch Gelegenheit, die Ausstellung anzuschauen und die umfangreiche Publikation „Begleiterscheinung 01“ zu erwerben.
Der Ottakringerbach literarisch
Am 8. März ist Tag der Bezirksmuseen. Heuer wurde als Themenspange „Brunnen, Bäche & Wasser“ gewählt. In unserem Museum wird es ab 8.3. bis März 2027 um die literarische Seite des Ottakringerbaches gehen. Die Dramaturgin, Theater- und Kinospezialistin Angela Heide widmet sich derzeit der intensiven Text- uns Bildersuche in unserem Archiv und in diversen anderen Archiven und Datenbanken.
PEEP MUSEUM 2026: Die Seidenspinner kommen!
Zwischen April und Ende Mai können Sie die Metamorphose echter Seidenspinner – Seidenwürmer – Maulbeerspinner – Silkmoths vom Ei zum „Echten Spinner“ beobachten. Die empfindlichen Tierchen leben im Peep Museum, Sie können ihnen während der Öffnungszeiten durchs Schlüsselloch dabei zuschauen.
לִזְכּוֹר – lizkor
lizkor bedeutet: sich erinnern. Der Name ist Programm: Heuer arbeitet das Team intensiv an der Familiengeschichte der Tel Aviver Keramikerin Talia Tokatly, deren Vater mit dem letzten „Kindertransport“ aus Nazi-Neubau gerettet werden konnte.
Der 60. Museumsgeburtstag am 19.09.26 wird umfassend begangen
Volksliedforscher Kotek, unser Gründer und maßgeblicher Stifter der Sammlung des Volksliedwerkes war eine spannende Figur, der wir nachspüren werden. Außerdem ist geplant, einen Überblick über die Tätigkeit des Museums und vor allem der in 60 Jahren ehrenamtlich beteiligten Mitarbeiter:innen zusammenzutragen, was angesichts der Archivlage (vor lauter Arbeit bleibt die Dokumentation nahezu IMMER auf der Strecke) eine ziemliche Herausforderung ist.
Haben Sie Memorabilia, die auf die Museumstätigkeit hinweisen? Kennen Sie ehemalige Mitarbeiter:innen? Dann >>bitte melden Sie sich!
Die Großen Vier –Warenhäuser der Mariahilfer Straße
Dank Kuratorin Daniela Urschitz und Kustos Claus Fronius können wir Ihnen seit Herbst 2025 eine kompakte Dauerausstellung in unserem Raum der Kleinen Dinge bieten. Heuer wird der Katalog zur Ausstellung folgen, sobald wir hier etwas zu berichten haben, werden wir es voll Stolz tun!
Es ist auch Ihr Museum!
Wir sind offen für mehrwöchige Sonderausstellungen rund um die Bezirksgeschichte und diverse Veranstaltungen sowie Kooperationen. Haben Sie eine Idee, Expertise oder ein spannendes Hobby mit Bezirksbezug? Kommen Sie auf einen Kaffee, machen wir gemeinsame, freudvolle Pläne!
Haben Sie Forschungsfragen?
Unser Team weiß, wie Sie Antworten finden können und Sie dürfen nach Absprache auch selbst in unser Archiv tauchen. Im Gegenzug freuen wir uns über Ihre Forschungsergebnisse, die Sie selbstverständlich im Rahmen einer Veranstaltung für Familie, Freunde, Bewunder:innen oder Fachpublikum bei uns präsentieren können!
Erst die Mitwirkenden und die Besucher:innen erwecken das Museum der Freiwilligenarbeit zum Leben.

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