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Die Wasserversorgung der Inneren Stadt
08.03.2026—06.10.2026
Sauberes Wasser war und ist immer ein kostbares Gut. Dass eine Millionenstadt wie Wien über sehr gutes Wasser verfügt, war nicht immer so.
Die älteste Wasserleitung Wiens wurde von den Römern im 1. Jahrhundert n. Chr. angelegt. Nach der Römerzeit versorgte sich die Bevölkerung aus Bach- und Flussläufen bzw. aus Grundwasserbrunnen mit dem notwendigen Nass.
Ausgelöst durch Katastrophen wie Großbrände und Seuchen wurden in Wien erste Wasserleitungen ab dem 16. Jahrhundert angelegt: eine kommunale von Hernals (1525-1565) und eine für den Hof vom Siebenbrunnenfeld (1562).
Durch den Zuwachs der Bevölkerung – besonders ab der Mitte des 17. Jahrhunderts – reichte das Brunnenwasser für die Trinkwasserversorgung nicht mehr aus, deswegen mussten neue Wasserleitungen angelegt werden. In der Mitte des 18. Jahrhunderts kam dann eine leistungsstarke Leitung aus Ottakring (Liebhardsthal) dazu.
Mit der Erfindung der Dampfmaschine konnte nun gefiltertes Donauwasser auch hochgepumpt werden, sodass ab 1841 mit der Kaiser-Ferdinands-Wasserleitung eine großflächige Wasserversorgung Wiens und der Vorstädte möglich wurde.
Aber erst durch den Bau der Hochquellwasserleitungen (1873/1910) konnte eine zufriedenstellende Wasserversorgung (bis heute) gewährleistet werden.
Um an das Wasser der Wasserleitungen zu gelangen gab und gibt es seit dem Hochmittelalter auf den öffentlichen Plätzen und in den Häusern Brunnenbecken, die oft künstlerisch gestaltet wurden.
Auch die Ableitung der Schmutz- und Abfallwässer ist für die Hygiene der Stadt sehr wichtig. Diese lässt sich in Wien bereits im Mittelalter nachweisen, wobei das Wasser von den Häusern bis zu den nächsten offenen Wasserläufen (Bäche bzw. Donau) geleitet wurde.
1753 ordnete Maria-Theresia um die Bäche zu entlasten an, dass Hauptkanäle herzustellen seien und alle Häuser an diese angeschlossen werden müssen. Während die Stadt innerhalb der Basteien zu dieser Zeit fast vollständig kanalisiert war, machten die Vorstädte nur langsame Fortschritte.
Donnerbrunnen – Neuer Markt
© H. Praschinger, Bezirksmuseum Innere Stadt