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Der Alsergrund aus der Sicht der Turmfalken

Da Türme immer eine große Faszination auf Menschen ausüben, entschloss sich das Museumsteam, dieses Thema für ein längerfristiges Projekt zu wählen. Immer wieder stellt sich nämlich bei der Arbeit im Bezirksmuseum heraus, dass die Anzahl der fotografierten Motive jährlich allein in Wien in die Millionen geht, dass aber vor allem private Bildinhalte festgehalten werden. Der öffentliche Raum ist als Hintergrund zwar vorhanden, nicht aber zugänglich, denn derartige Fotos landen in Privatalben und später bei Erben, die oft nichts mehr damit anfangen können. So kommt es, dass Aufnahmen von dazumal belächelten Amateuren heute die Basis von Bildsammlungen und Bilddatenbanken darstellen.

Eine ähnliche Situation bietet sich heute:Zwar gibt es Flugbilder und Satellitenaufnahmen, wie aber die Heimatumgebung aus halber Höhe – von Türmen aus betrachtet – ausschaut, das weiß man nicht

Gleichzeitig befindet sich das Museum in einer Phase der Umgestaltung. Die „KundInnen“ der Museen sind immer weniger in der Lage aber auch immer weniger in der Stimmung, immer mehr Ausstellungen und kulturelle Events zu besuchen. Deshalb müssen die Museen zu ihren BesucherInnen kommen: ins Wohnzimmer oder ins Arbeitszimmer via Internet. Das Bezirksmuseum Alsergrund versucht in seinem bescheidenen Rahmen bereits seit Jahren, ein Konzept eines "Virtuellen Museums“ zu verwirklichen. Der erste Teil war die CD-ROM „Digitaler Alsergrund-Spaziergang“, in dem ein Bezirkslexikon mit den Fotos aller Bauobjekte des Bezirkes im Jahr 1999 verbunden wurde. Ein weiterer Teil sollte die digitale Vorstellung berühmter und wichtiger Gebäude des Bezirkes sein, mit Fotos von dazumal, zeitgenössischen Aufnahmen und den Panoramen, wie sie sich von Türmen herab bieten. Außerdem eine Beschreibung der Funktion und Geschichte der Gebäude.

Der Titel des Projektes ergab sich während der „Besteigung“ des Turmes der Wiener Fernheizwerk-Betriebe am Alsergrund. Der Referent für Öffentlichkeitsarbeit der Fernheizwerke, Herr Schauer erklärte auf der obersten Aussichtsplattform, dass nur einen Meter darunter in wetterabgewandten Nischen Turmfalken leben.

Gleichzeitig wurde eine Bestandsaufnahme der Dachlandschaften und -architektur vorgenommen, die in rasantem Wandel begriffen ist. Rund um die City entstehen in immer kürzeren Zeitabständen immer höhere Bauwerke, die den gewachsenen Bestand, die Stadtstrukturen und die Blickachsen verändern. Dieses Fotoprojekt versteht sich auch als wissenschaftliche Bestandsaufnahme und Archivarbeit im Regionalbereich eines Gemeindebezirkes.

Türme

Man nimmt schier gar nicht mehr wahr, was sich da alles zur Schau bietet über den Dachfirsten der drei-, vierstöckigen Häuser, repräsentativer Fixpunkt, Über-höhung sein will, Selbstverständnis vorzeigend und die Wohlhabenheit des Hausbesitzers. „Jedem Hausherrn seinen Turm!“, hieß es noch vor hundert Jahren, freilich dann schon nicht ohne Ironie. Solche Ecklösungen – kaum je in glücklichem Verhältnis zur breiten Masse des Baukörpers – sind noch immer erhalten, als Turmhelme, Kuppeln mit aufgesetzten Türmchen, mit Zwischengliedern drüber vermittels Laternen, Zwischenkuppeln, additiv je sich verjüngend, mit diesen und jenen Sphäroiden, um weitere, letzte Höhe zu erzielen.

Turmfalken freilich befassen sich mit solch Bodennahem nicht. Ihr umwehtes Revier hingegen, so auch die Türme der Kirchen auf dem Alsergrund: ihnen ist’s praktikables Felsgelände. Statt Spitzen, Zacken, Schründe: Krabben, Fialen, Nischen zwecks Abfliegens, zwecks Nestbaues. (Das Dachgelände drunten überlassen sie – obwohl sie den Boden lieber hätten – den auf es geflüchteten Tauben.)

Unser ist’s, hinauf zu blicken.

Zuweilen überrascht Geläute. Heraus aus einer Glockenstube – der Seele des Turmes. Manche wissen um dessen Sinn je zur Stunde des Tages

Gestaltung der Seite: Dr. Wilhelm Urbanek
Kustos Engelbert Pfeiffer


Bezirksmuseum 
9. Alsergrund

1090, Währingerstraße 43
Museumsleiter   
Prof. Dr. Willi Urbanek

Tel:     0676 6119232
Email: bm1090@bezirksmuseum.at
Erreichbarkeit      
Linie 5 - Spitalgasse/Währingerstr.

Linie 37, 38, 40, 41, 42 -  Sensengasse
Öffnungszeiten           
Sonntag    10.00 - 12.00         
Montag       9.00 - 11.00
Mittwoch     9.00 - 11.00 und 15.00 - 17.00
Donnerstag 9.00 - 11.00

Geschlossen:
Schulferien und Feiertage

Freier Eintritt






 


 

 




 
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