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Der Kärntner Bildhauer Hanns Gasser

Eisentratten *2.10.1817 - 24.4.1868 Pest

Hanns Gasser wurde in Eisentratten, Kärnten, als Sohn eines Kunsttischlers geboren. In der Werkstatt seines Vaters erlernte er Holzschnitzen, Vergolden, Beizen und Firnissen und hier entstanden seine ersten bildhauerischen und zeichnerischen Arbeiten.

1839 ging er nach Wien und fand bei seinem Bruder Franz Gasser, der als Maler wirkte, Aufnahme. Nach vielen Mühen gelang der Eintritt in die Modellier-Klasse bei Prof. Käßmann an der Akademie der Bildenden Künste(1840-42). Um seinen Unterhalt zu verdienen, bemalte er Zifferblätter von Uhren auf Blech– und Kupferplatten.
Es folgten Reisen nach Süddeutschland, wo Gasser Kontakt zum Bildhauer Ludwig v. Schwanthaler (26.8.1802–14.11.1848) und dem Maler Wilhelm von Kaulbach (1804–1874) fand.
Es entstanden die Werke "Mnemosyne", eine Madonnenbüste, Porträtbüsten von J. Schnorr v. Carolsfeld,  Frl. Jenny Lind, und die "Fechter Statuette", die in München 1846 und in Wien 1848 großes Aufsehen erregte.

1846 kehrte Gasser nach Wien zurück und erhielt sofort Aufträge aus der Wiener Gesellschaft. Von 1848-1851 erhielt Hanns Gasser die Professur in der Wiener Kunstakademie.
Sein Wahlspruch "RAST ICH, SO ROST ICH" lenkte ihn von der Lehrtätigkeit weg, um wieder vermehrt kreativ tätig zu sein. Sein Förderer, Ordens Comthur Fürst Lobkowitz, bot Gasser Atelier und freies Quartier im Deutschen Haus in der Singerstraße.

1850-1852 entstanden die 12 Monate darstellenden Putten im Belvederepark, 1858 der Donauweibchenbrunnen, 1860 das erste öffentliche Kaiserin Elisabeth Denkmal (Westbahnhof), das Denkmal für Joseph v. Sonnenfels für die Elisabethbrücke (heute im Rathauspark), die Mittelgruppe „Maria mit dem Kind“ für den Hochaltar der ehem. Waisenhauskirche, 1030, Rennweg (1866), und die Skulpturen  an den beiden Brunnen neben dem Mittelrisalit der Wiener Staatsoper (1868), weiters zahlreiche Grabmonumente, Porträtstatuetten und Büsten.

Gasser benützte auch ein Atelier im ehem. Palais Thun–Valsassina, in der Rainergasse 22, auf der Wieden.

Hanns Gasser geriet durch Wechselschulden (durch Beschaffung von Marmorblöcken aus Italien) in Geldnöte und musste seine Kunstsammlung von Gemälden altdeutscher Meister, Waffen, Skulpturen und Stichen versteigern. Eine Verletzung an seiner rechten Hand, bei Arbeiten am Stein zugezogen, führte zum Wundbrand. Nach achtmonatigem Aufenthalt und Pflege bei dem Ingenieur der Eisenbahngesellschaft Hugo Frick in Pest (Ungarn) starb Hanns Gasser am 24. April 1868.
1870 wurde sein Leichnam aus Pest nach Villach überführt und unter großer Anteilnahme der Bevölkerung zur letzten Ruhe gebettet.
In Wien erinnert die Gassergasse im 5. Wiener Gemeindebezirk und ein Denkmal (Replik des Gasserdenkmals in Villach) beim Haus Wien 5, Margareten Gürtel 18, an den großen Kärntner Künstler.

Literatur:
Felix Czeike, Wien Lexikon, Band 2, 1993.
Aug. W. Wagner, Meister Hanns Gasser, Ein deutsches Künstlerleben.

Bezirksmuseum
4. Wieden

1040, Klagbaumgasse 4
Museumsleiter
Prof. Dr. Philipp Maurer

Tel:    01/581 24 72
        

Mail: bm1040@bezirksmuseum.at
       
Erreichbarkeit
Linie 1, Linie 62 - Johann-Strauß-Gasse
WLB (Badner Bahn) - Johann-Strauß-Gasse
13A - Johann-Strauß-Gasse
Öffnungszeiten
Dienstag 10.00 bis 12.00 Uhr
Mittwoch 16.30 bis 18.30 Uhr

Geschlossen
Schulferien und Feiertage

Freier Eintritt


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