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Weinhaus

Im Jahr 1266 wird in einem Kaufvertrag "Chunradus dictus de Winhus" und 1314 wird ein "Marquad von Weinhaus" als Zeuge in einer Urkunde erwähnt. Doch ist es nicht nachweisbar, ob einer von ihnen von dem Ort Weinhaus den Namen führte.

In späterer Zeit war die Pfarre Hütteldorf Grundherrin von Weinhaus, jedoch dem Benediktinerstift Michaelbeuern für ihre Grundstücke dienstbar. Das Stift Michaelbeuern besaß hier ein großes Lagerhaus (Weinhaus), welches auf dem Mitterberg, also in der Gegend der heutigen Lacknergasse, stand. Und so ist auch eine Erklärung des Namens Weinhaus gegeben. Die Qualität des Weines fand höchstes Lob, und 1673 wird in einem Büchlein der Weinhauser Rebensaft sogar zu den besten des Landes gezählt

Im Wesentlichen teilte Weinhaus seine Geschichte, bedingt durch die unmittelbare Nachbarschaft, mit jener der Gemeinde Währing. 1848 wurde in Weinhaus der letzte Richter, Leonhaard Trumler, wie in den anderen Vororten, zum ersten Bürgermeister von Weinhaus.

Von bekannten überlieferten Häusern, die allerdings alle nicht mehr vorhanden sind, ist besonders das durch seinen Besitzer Friedrich Gentz bekannt gewordene Palais hervorzuheben. Der Staatsmann hat es 1819 erworben und hier die Sommermonate verbracht. Er empfing hier auch hohe Gäste, wie etwa Feldmarschall Radetzky. In diesem Haus wurden auch rauschende Bälle veranstaltet, hier verbrachte er frohe Tage mit seiner Geliebten, der von den Wienern vergötterten Tänzerin Fanny Elßler. Während er selbst völlig verarmt starb (Metternich musste sein Leichenbegräbnis bezahlen), hatten sich seine Diener zu bereichern verstanden. Sein Koch Bastien z.B. kaufte sich in Gersthof an, und dessen Sohn Carl wurde dort sogar Bürgermeister.

Anstelle der heutigen Hans-Radl-Schule für körperbehinderte Kinder stand das Czartoryski-Schlössel. Es war der Nachfolger der Schwab`schen Häuser, die 1807 dem Schlössel weichen mussten. Die Schwabs galten einst als eine der reichsten Familien des Landes. Eine Dame dieses Geschlechts heiratete Friedrich Jakob van der Nüll, dessen jüngster Sohn gemeinsam mit Siccardsburg die Wiener Staatsoper erbaute. Ende 1824 wurde das Haus an den englischen Botschafter Sir Henry Wellesley verkauft. Nach dessen Rückkehr nach England wurde 1831 Fürst Konstantin Czartoryski Besitzer desselben und es war von da an als Czartoryski-Schlössel bekannt. Seine wertvollen Sammlungen brachte er vor dem Ersten Weltkrieg nach Galizien. Das Schlössel selbst verkaufte er 1912 an die Gemeinde Wien, die dort ein Jugendheim einrichtete. Nach schweren Kriegsschäden im Zweiten Weltkrieg wurde es abgerissen und 1959 die Schule gebaut.

Bezirksmuseum
18. Währing
1180, Währinger Straße 124
Museumsleiterin
Doris Weis

Tel:     01/4000 18127
Mail:   bm1180@bezirksmuseum.at
 
Erreichbarkeit
Linie 40 - Martinstraße

Linie 41 - Martinstraße



Öffnungszeiten
Montag 10.00 bis 12.00 Uhr

Donnerstag 17.00 bis 19.00 Uhr
Sonntag 10.00 bis 12.00 Uhr
Führungen nach Vereinbarung
Geschlossen
Ostern, Pfingsten, Sommer- und Weihnachtsferien
Freier Eintritt
 
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