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Pötzleinsdorf

In Pötzleinsdorf sind zuverlässige Quellen über die älteste Geschichte des Ortes sehr spärlich. Urkundlich wird das Dorf erstmals 1112 in der Gründungsurkunde des Augustiner Chorherrenstiftes St. Georgen (seit 1244 Herzogenburg) erwähnt. Aber schon in den Jahren 1050, 1083 und 1108 erscheint der Name "Pezilinus" in unterschiedlichen Schreibforemen in mehreren Urkunden als Zeuge auf. Auch später, etwa 1130 und 1136, scheinen in vielen Fällen Angehörige des Geschlechtes "de Pezelinesdorf" als Zeugen auf, sie dürften daher ein einflussreiches Geschlecht gewesen sein. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts aber ging es mit der Grundherrschaft bergab. 1322 scheint ein Stefan von Pötzleinsdorf nur noch als Beamter (Bergmeister) auf. Aus der alten Burg war ein Freihof geworden.

Die Siedler waren Eigenleute der Grundherrschaft und hießen behauste Knechte oder Hörige. Sie bewirtschafteten Grund und Boden, mussten Zins zahlen, Robot leisten und konnten mit dem Grund veräußert werden. Daneben gab es noch Eigenleute ohne Grund und Boden. Feld- und Wiesenwirtschaft wurde nur in geringem Ausmaß betrieben, es dominierte der Weinbau. In den Türkenbelagerungen 1529 und 1683 wurden das Dorf und die Weingärten völlig zerstört.

Die Besitzverhältnisse waren in Pötzleinsdorf sehr aufgesplittert. Das Frauenstift zur Himmelpforte, das fast anderthalb Jahrhunderte die Grundherrschaft (ehemals Freihof, später das Schloss Pötzleinsdorf) von Pötzleinsdorf besaß, war um das Gedeihen des Ortes und das Wohl seiner Bewohner stets besorgt. Es brachte in schweren Zeiten große Opfer, und es ist durch die Kirche mit der Ortsgeschichte auf das innigste verbunden. Das Frauenstift errichtete 1683 an Stelle einer alten Kapelle eine neue, die jedoch in der Türkenbelagerung 1683 niedergebrannt wurde. Eine neu errichtete Kirche wurde mit dem ganzen Ort 1750 durch einen Brand wieder vernichtete, die Kirche 1752 neu errichtet, der Wiederaufbau des ganzen Ortes dauerte bis 1783.


Die Gräfin Philippina von Herberstein erwarb 1781 das Schloss Pötzleinsdorf. 1797 kaufte der Bankier Johann Heinrich Geymüller das Schloss und den Park, 1801 erwarb er die Grundherrschaft dazu. Er ließ das Schloß umbauen, wobei es weitgehend die heutige Form erhielt. Das Schloss wechselte danach noch öfter den Besitzer, der letzte, Max Schmidt, vermachte Schloss und Park 1934 der Gemeinde Wien mit der Auflage, den Besitz für die Öffentlichkeit, aber nicht für Fürsorgezwecke, zu nutzen. Einige Jahre diente das Schloß als Jugendherberge, seit 1983 ist hier Rudolf-Steiner-Schule untergebracht.


Geymüller erwarb noch einen Grund und ließ das sogenannte "Geymüller-Schlössel" errichten, das er seinem Bruder Johann Jakob Geymüller schenkte. Auch dieses Schlössel wechselte mehrmals den Besitzer, bis es 1888 der Wiener Textilfabrikant Isodor Mautner erwarb. Durch die Familie Mautner wurde es zum Zentrum kulturellen Lebens um 1900. Der letzte Besitzer, Dr. Franz Sobek, vermachte es 1965 der Republik Österreich und es ist heute eine Expositur des MAK (Museum für angewandte Kunst).

Die Revolution 1848 ergab u.a. die Abschaffung der Grundherrschaften. Dadurch erhilet auch Pötzleinsdorf einen eigenen Bürgermeister. Der letzte Bürgermeister von Pötzleinsdorf war der Tischlermeister Leopold Brem. 1892 wurde Pötzleinsdorf, zusammen mit Gersthof, Weinhaus und Währing, nach Wien als 18. Bezirk Währing eingemeindet.

Bezirksmuseum
18. Währing
1180, Währinger Straße 124
Museumsleiterin
Doris Weis

Tel:     01/4000 18127
Mail:   bm1180@bezirksmuseum.at
 
Erreichbarkeit
Linie 40 - Martinstraße

Linie 41 - Martinstraße



Öffnungszeiten
Montag 10.00 bis 12.00 Uhr

Donnerstag 17.00 bis 19.00 Uhr
Sonntag 10.00 bis 12.00 Uhr
Führungen nach Vereinbarung
Geschlossen
Schulferien und Feiertage
Ausnahme: Semesterferien geöffnet
Freier Eintritt
 
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