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Vom Weinbau zur Industrialisierung

Die Existenzgrundlage der Hernalser Bevölkerung war bis zur Zerstörung der Kulturen in den Türkenkriegen der Weinbau. Die Zerstörungen im Verlauf der Türkeninvasion von 1683 und der Mangel an Arbeitskräften in den Weingärten bewirkte, dass der Weinbau vom Ackerbau verdrängt wurde. Um die Mitte des 18. Jahrhundert – nach einer zwanzigjährigen Pause – wurde auf den dafür geeigneten Böden der Weinbau in Form von Hausweingärten wieder gepflegt. Diese verteilten sich vor allem auf die Häuser im schmalen Streifen zwischen der Dorfstraße und dem Alsbach, sodaß sich Hernals im Laufe des 18. Jahrhundert zu einem Gartendorf mit Wein- und Lustgärten verwandelte. Diese Gärten lagen hinter den Häusern südlich der Dorfstraße. Die zwischen dem Gebiet des heutigen Pezzlparks und der Hormayrgasse liegenden Gründe (Nesselbach) waren durch ihre sonnenseitige Lage vorwiegend Sommersitze von Adeligen. Fürst Emanuel v.Liechtenstein besaß den im Ausmaß von 4 Joch größten Garten von Hernals, der mit seiner Mauer bis nach Weinhaus reichte. Von 1776-78 finden wir diesen Besitz im  Eigentum des Feldmarschalls Laudon.
 

Weinlese am Schafberg

 
Mit dem Aufkommen gewerblicher Betriebe, die sich in Hernals aufgrund der niedrigen Lebenshaltungskosten bald ausdehnten, änderte sich das Aussehen unserer Vororte. Die im 19. Jahrhundert  einsetzende Industrialisierung und Verbauung verlieh dem Ort immer mehr einen städtischen Charakter. Es kam zu einem starken Bevölkerungszuzug. Im Vormärz waren mechanische Betriebe der adeligen Herren entstanden, in den 1860-er Jahren wurden Unternehmerpersönlichkeiten die Repräsentanten der Zeit. 1785 schien die Bergegrün-Fabrik zur Erzeugung von Grünspan des Reichsritters Stephan Leopold Häckl von Rosenstein, Hernalser Hauptstraße 73 (Maria Theresien-Schlössel), auf. Zu großer Berühmtheit gelangte 1797 die Spalierfabrik des Johann Dufrain, Hernalser Hauptstraße 78. Hernalser Spaliere (Tapeten) in Gold, Silber, Atlas und Samt wurden nicht nur für Wiens Häuser von Rang sondern auch für die Residenz des Königs von Neapel erzeugt. Zu den bedeutendsten Unternehmen gehörte die k.k.priv. Ölläuterungs-Fabrik des Grafen Palffy, Hernalser Hauptstraße 90. Im Jahre 1839 wurde das Hernalser Brauhaus in der Ortliebgasse 17  von  Rudolf  Müller gegründet. Baron Drasche ließ 1867 die alten Hernalser Dorfziegelöfen im Sinne der Zeit in Ringziegelöfen ausbauen (Gebiet des heutigen Postsportplatzes). Außerhalb der Vorortelinie entstand in den 1860-er Jahren die Spodiumfabrik. Um 1870 entstanden in Hernals weitere Firmen, wie die Waggon- und Tramwaybau AG., die Maschinenfabrik und Eisengießerei „Josef Anger & Söhne“, die Nähmaschinenfabrik August Rast, die Feuerlöschgerätefabrik Franz Kernreuter, die Schokoladefabrik Josef Manner u.a.

Im Jahre 1900 fand die Übersiedlung der "Optischen Werke Reichert" von der Josefstadt nach Hernals, Urbangasse 6, statt. Hernals hatte ein blühendes Wirtschaftsleben, die Industriebetriebe schufen wesentliche Erwerbsquellen.


Bezirksmuseum
17. Hernals

1170, Hernalser Hauptstraße 72-74
Museumsleiterin
Trude Neuhold


Tel:      01/403 43 38
Email: bm1170@bezirksmuseum.at
Erreichbarkeit
Linie 9 - Elterleinplatz

Linie 43 - Elterleinplatz


Öffnungszeiten
jeden 1. und 3. Sonntag im Monat von

10.00 bis 12.00 Uhr
Montag 16.00 bis 19.00 Uhr

Geschlossen
Schulferien und Feiertage
Freier Eintritt
 
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