Loading
  • Wiener Bezirksmuseen
  • Sondermuseen
  • Veranstaltungskalender
  • ARGE

Der Bezirk Hernals

Jörgerbad, 1.städt.Hallenbad Wiens

Die drei ehemaligen Vororte Hernals, Dornbach und Neuwaldegg bilden seit 1890/92 den 17. Wiener Gemeindebezirk.
Ing. Helbling, der letzte Bürgermeister der Vorortegemeinde Hernals, wurde der erste Bezirksvorsteher für den 17. Wiener Gemeindebezirk. Mehr als 75.000 Einwohner lebten damals in unserem Bezirk. Aus der gesamten Monarchie drängten ZuwandererInnen in die Haupt- und Residenzstadt: böhmische Ziegelarbeiter, Kroaten, die einen erheblichen Teil der landwirtschaftlichen Arbeit verrichteten, Schuster, Schneider, Rastelbinder (Besenbinder), Kesselflicker usw. In dieser Zeit entstanden die Zinskasernen. Durch den Zuzug arbeits- und wohnungssuchender Bevölkerungsschichten dehnte sich die Besiedlung immer weiter nach Westen aus, sodaß die Infrastruktur dem Wachstum der Bevölkerung angepasst werden mußte. 1904 wurde im ehemaligen Blatternspital eine Sanitätsstation eingerichtet (Gilmgasse / Richthausenstraße).

Zwei Projekte sind  als Infrastruktur-Verbesserung besonders erwähnens-wert. Mit Beginn des Schuljahres 1910/11 wurde der Neubau der k.k.Staatsgewerbeschule chemisch-technischer Richtung in der Rosensteingasse seiner Bestimmung übergeben. Heute ist diese Schule eine Höhere Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt und bildet Experten für die chemische Industrie aus. 1914 wurde das Städtische Wannen- Dampf- und Hallenschwimmbad in der Jörgerstraße 42-44, das "Jörgerbad",  von der Gemeinde Wien seiner Bestimmung übergeben. Es war das erste städtische Hallenbad Wiens. Es blieb 54 Jahre ununterbrochen im Betrieb, auch während des gesamten Zweiten Weltkrieges. Zwischen 1967 und 1978 wurde das Bad in fünf Bauetappen generalsaniert und an das Fernwärmenetz angeschlossen

Gemeindebau "Türkenritthof"

Wegen der Nahrungsmittelknappheit während des Ersten Weltkrieges wurden neue Gründe für Gärten erschlossen. 1915 stellte der Dornbacher Grundbesitzer  Anton Blöckinger neben anderen Grundeigentümern eine Wiesenfläche zur Errichtung von 60 Kleingärten am Schafberg zur Verfügung. Dies war der Beginn unseres heutigen Kleingartengebietes am Schafberg.

Mit dem Zerfall der Monarchie schienen die Probleme des dicht besiedelten Bezirkes schier unlösbar. „Der sterbende Wald“ schrieb die Reichspost von 1918. Die Bevölkerung zog scharenweise in den Heubergwald um Holz. Die Gemeinde Wien führte für die Holzklauber eigene Straßenbahnwagen, die mit weißen Scheiben kenntlich gemacht waren.
1921 betraute die Gemeinde Wien den Architekten Adolf Loos mit der Planung der Heuberg-Siedlung. Die zukünftigen Bewohner, meist Arbeits- und Unterstandslose,  mussten sich zur Leistung von 3000 Arbeitsstunden verpflichten. Zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und der Wohnungsnot errichtete die Gemeinde Wien bis 1939 in Hernals 14 Gemeindebauten. 1921 wurde ein Gebiet am Heuberg zum Kleingartengebiet erklärt. Ein Aufruf des Zentralrates der geistigen Arbeiter im Juni 1921 stellte Möglichkeiten für eigene Wohnsiedlungen im Grünen in Aussicht. Es wurde eine „Gemeinnützige Baugesellschaft geistiger Arbeiter“ ins Leben gerufen, die am Heuberg für Interessenten Baugrund erwarb. Jedes Mitglied war zur Arbeitsleistung oder Zahlung von 1000 Arbeitsstunden verpflichtet.

Die Weltwirtschaftskrise griff in den Dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts erbarmungslos um sich. Die Gattin des damaligen Bezirksvorstehers, Margarete Redl, errichtete für kinderreiche Familien „Josefstische“. Laut Hernalser Rundschau von 1937 wurden an 117 Verpflegstagen täglich 1000 Portionen warmes Mittagessen an die Meistbedürftigen verteilt. Über Nominierung der Fürsorgeräte erbrachten Wohltätigkeitsvereine des Bezirkes karitative Leistungen, wie Ausgabe von Brennmaterial, Altkleider-sammelstellen, Schuhanweisungen u.s.w. 
1937 führte Kardinal Dr.Innitzer in Hernals eine Pfarrteilung durch. Ein Teil des Pfarrsprengels wurde an die Lazaristenkirche in Währing und ein anderer ab Palffygasse zur Breitenfelderkirche abgetreten.. Die Marienkirche und die Herz-Jesu-Sühne-Kirche wurden eigene Pfarren.

Der Zweite Weltkrieg in Hernals

In den Dreißigerjahren nahmen die Spannungen zwischen den Christlichsozialen und den Sozialdemokraten immer mehr zu und führten zu schweren Unruhen. Die Nationalsozialisten waren seit 1927 in Hernals politsch aktiv und erhielten bei den Gemeinderatswahlen im Jahre 1932 einen Stimmenanteil von 17 % . Sie wurden die drittstärkste Partei und versuchten mit allen Mitteln ihren Einfluß zu vergrößern. Der Iglauer Rechtsanwalt Dr.Seyß-Inquart bewohnte in Dornbach eine Villa in der Iglauer Straße (Werfelstraße) und gehörte seit 1937 als Verbindungsmann zur „nationalen Opposition“ dem Staatsrat an. Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen wurde am 16.10.1938 das Amtsgebäude der Kreisleitung VIII des Großgaues Wien in der Doppelschule  21) am Planettaplatz (Parhamerplatz) eröffnet. Mit den deutschen Truppen war auch die „Geheime Staatspolizei“ (Gestapo) gekommen, die das Leben aller Bewohner überwachte. Der 2.Weltkrieg mit seinen Luftangriffen war für die Bevölkerung eine schwere Prüfung. Der erste schwere amerikanische Bombenangriff  in  Hernals erfolgte am 21.3.1945 im Bereich der Alszeile, der Herz-Jesu-Sühne-Kirche und der Friedhöfe. Am Tag darauf wurden vom Gürtel über die Jörgerstraße und die Hernalser Hauptstraße bis zur Marienkirche durch einen Bombenteppich unzählige Gebäude in Schutt und Asche gelegt. Nach dem Ende der Nationalsozialistischen Herrschaft blieb Hernals sechs Monate unter russischer Besatzung. Ab September 1945 war Hernals amerikanische Besatzungszone.

Wiederaufbau nach 1945

Am 9.10.1949 fanden die ersten demokratischen Bezirksvertretungswahlen seit 1930 statt. Der Wiederaufbau wurde rasch und zügig in Angriff genommen. Durch Erschließung neuer Siedlungsgründe entstanden an den Hängen des Heu- und Schafberges Einfamilienhäuser und Eigentumsbauten. Von 1945 bis zum Jahre 1998 wurden in Hernals 44 Gemeindewohnbauten bzw. Wohnhausanlagen errichtet. Durch Initiative des Hernalser Bezirksvorstehers Karl Panek wurden 1958 große Teile des Schwarzenbergischen Wald- und Wiesenbesitzes von der Gemeinde Wien angekauft und in den 1905 geschaffenen Wald- und Wiesengürtel integriert. Nach Sanierung dieses Besitzes ist dieser Teil zu einem beliebten Naherholungsgebiet geworden und wurde im Jahre 2001 mit Resten des ehemaligen Hernalser Weinbaugebietes am Schafberg sowie dem Landschaftsgarten der Villa Kraus unter Landschaftsschutz gestellt.

Verbesserung der Infrastruktur

Die Infrastruktur des Bezirkes wurde wesentlich verbessert. Im Zuge der Neugestaltung des Elterleinplatzes wurde 1986 das lang ersehnte Bezirkszentrum Hernals  mit Wohnungen, einem Einkaufszentrum, diversen sozialen Einrichtungen sowie einer Tiefgarage seiner Bestimmung übergeben.  Die Verkehrssituation wurde 1987 durch die als „S 45“ wiedereröffnete,  in den Verkehrsverbund Region-Ost aufgenommene Vorortelinie – ein Bau des berühmten Jugendstilarchitekten Otto Wagner – sehr verbessert. Soziale Einrichtungen wurden geschaffen, wie z.B. das Pensionistenheim auf der Alszeile. Im Krankenhaus „Zum Göttlichen Heiland“ befindet sich die Hospizstation „St.Raphael“.  Mit der im November 2000 am Dornerplatz eröffneten 1. Volksgarage Wiens stehen nun der Bevölkerung 2 Garagen im Zentrum von Hernals zur Verfügung.

Das neue Bezirkszentrum am Elterleinplatz

Die Hernalser BezirksvorsteherInnen

1891 - 1903     Franz HELBLING

1904 - 1905     Karl GASSENMAYER

1905 - 1919     Karl KRETSCHEK

1919 - 1934     Josef HAIDL

1934 - 1938     Josef REDL

1945 - 1946     Alois BRUNNER

1946 - 1949     Leopold PERNERSTORFER

1949 - 1965     Karl PANEK

1965 - 1979     Josef VELETA

1979 - 1997     Robert PFLEGER

1997 -  2002     Hans MENTSCHIK

ab 6.3.2002      Dr.Ilse PFEFFER


Bezirksmuseum
17. Hernals

1170, Hernalser Hauptstraße 72-74
Museumsleiterin
Trude Neuhold


Tel:      01/403 43 38
Email: bm1170@bezirksmuseum.at
Erreichbarkeit
Linie 9 - Elterleinplatz

Linie 43 - Elterleinplatz


Öffnungszeiten
jeden 1. und 3. Sonntag im Monat von

10.00 bis 12.00 Uhr
Montag 16.00 bis 19.00 Uhr

Geschlossen
Schulferien und Feiertage
Freier Eintritt
 
Impressum