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70 Jahre Bezirksmuseum Hernals

Nach jahrelangen Vorarbeiten wurde das Museum im  November 1938 mit drei Räumen in der Schule Kindermanngasse 1 eröffnet. Schwere Kriegsjahre folgten, 1945 wurde die Schule, in der sich das Museum befand, von Bomben schwer getroffen.

Nach der Gründung der Arbeitsgemeinschaft der Wiener Bezirks- und Sondermuseen wurden die Heimatmuseen ab 1971 in Bezirksmuseen umbenannt.

1966 übersiedelte das Museum in das Gebäude der heutigen Bank Austria, Hernalser Hauptstraße 72-74. Das Gebäude war 1911-1913 nach Plänen des Architekten und k.k. Baurates Josef Grünbeck und Stadtbaumeister Karl Bittmann im Jugendstil errichtet worden.

 

Das Museum bietet einen Überblick über die Geschichte des Bezirkes, die Entwicklung von den Weinhauerdörfern Hernals, Dornbach und Neuwaldegg zum Großstadtbezirk. Zu den Schwerpunkten zählen neben der Ur- und Frühgeschichte die Darstellung und Entwicklung von Reformation und Gegenreformation, ferner der Weinbau, der Sport und die Dokumentation über berühmte Künstler. Ein eigener Schrammel-Gedenkraum informiert ausführlich über die Brüder Schrammel, die Begründer des berühmten Schrammel-Quartetts und die Volkssänger.

Neben der ständigen Schausammlung werden bezirksbezogene Sonderausstellungen und Veranstaltungen ausgerichtet. Laufend finden Schulführungen statt.

 

Das Museum ist jeden Montag von 16-20 Uhr sowie jeden 1. und 3. Sonntag im Monat von 10-12 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet. Sondertermine für Führungen können jederzeit vereinbart werden.


Überblick über die GRUNDAUSSTELLUNGEN

Alszauberbrunnen

Alszauberbrunnen am Elterleinplatz

Weiters ist  das Modell des Alszauberbrunnens, mit dem 1932 der akademische Bildhauer Prof. Carl Philipp der Schrammelmusik ein Denkmal gesetzt hat, ausgestellt, sowie die Abbildung der Marmorskulptur von Eduard Robitschko am Dornbacher Spitz mit den Instrumenten des 1878 gegründeten Schrammel-Quartetts. Am Heuberg  ist eine  Gasse nach den Schrammeln benannt. Die nächste Wandtafel zeigt das Wohn- und Sterbehaus der Brüder in der Kalvarienberggasse /Rötzergasse, mit der Gedenktafel, die  am Haus angebracht  ist. Die beiden Brüder verstarben beide mit 43 Jahren, Johann 1893, und Josef 1895 und sind in Ehrengräbern am Hernalser Friedhof bestattet. Die Wirkungszeit der Schrammeln war zum Höhepunkt der Unterhaltungsmusik im ausgehenden 19. Jahrhundert geworden.
      




Religionsgeschichte des Ortes

protestant.Prediger
Kalvarienbergkirche

In großen Vitrinen  geben wir bildliche und textliche Informationen über die bewegte Religionsgeschichte des Ortes, über Reformation und Gegenreformation (Jörger, protestantische Prediger). Hernals war ja einst die  Hochburg des Protestantismus. Eine Holzstatue eines protestantischen Predigers aus dem 17.Jhdt. ist in der Ausstellung zu sehen. Die Bartholomäuskirche, das religiöse Zentrum des Bezirkes, sowie den beliebten Kalvarienberg- Fastenmarkt  zeigen wir in Bildern sowie mit Andenken und traditionellem Spielzeug  („Bamkraxler“ etc.)  

Auch ein Modell mit den Brandstätten des Ortes, eine Türken- und eine Prozessionsfahne, Türkenkugeln, u.s.w. sind zu sehen. Hernals war zur Zeit der 2.Türkenbelagerung


Engelmann-Arena

1.Freiluft-Kunsteisbahn der Welt beim Engelmann

Der Sport ist mit Fotos der ersten Natureisbahn in der Jörgerstraße 24 von Eduard Engelmann und der Ersten Freiluft-Kunsteisbahn der Welt, die sein Sohn Ing. Engelmann 1909 konstruierte, vertreten (Engelmanngasse).

In seiner frühen Zeit widmete sich Engelmann erfolg-reich dem Radsport, 2 Hochräder aus dieser Zeit sind ausgestellt. Engelmann war der erste Europa-meister im Eiskunstlauf.  In der „Engelmann-Vitrine“ befinden sich alte Eisschuhe, Wimpeln, Pokale, Medaillen.





Eduard Engelmann jun. am Hochrad


Sport in Hernals

Tribüne am Sportclub-Platz im Jahre 1905

Über die Geschichte des traditionsreichen Hernalser Fußballvereines „Wiener Sportclub“ wird ebenfalls berichtet. Alte Fotos dokumentieren die ruhmreiche Vergangenheit dieses Vereines. Begonnen hat dieser Verein 1883 als Wiener Cyclisten-Club (Radfahrerklub).

1907 kam es zum Zusammenschluss mit der Wiener Sport-vereinigung und zur Umbenennung in "Wiener Sport-Club". Damit  rückte der Fußball in den Vordergrund des in Hernals seßhaften Klub.


Verkehrswesen

Tramwaytag 2003 in Hernals

Das Verkehrswesen zeigt mit alten Fotos, einem alten Fahr- und Tarifplan sowie  Fahrscheinen die Entwickling von der Pferdebahn  bis zur U 6 und zur Schnellbahn S 45 (ehemalige Vorortelinie).

In einem Schaukasten befindet sich ein Modell der „Glöckerlbahn“, der ersten Pferdetramway, die bereits 1865  vom Schottentor nach Hernals gefahren ist.


Gewerbe und Industrie

Im zweiten Raum sind Gewerbe und  Industrie vertreten. Neben der Entstehungsgeschichte der Chokoladefabrik Manner sowie  der  Nähmaschinenfabrik Rast und Gasser sind  Nähmaschinen, Schuhmachermaschinen, eine große Webmaschine, alte Firmenschilder und eine Vitrine mit Schneekugeln einer Firma, die in die ganze Welt exportiert  werden,  zu sehen.


Hernalser Persönlichkeiten

Der letzte Raum, der 3.Raum links vom Eingang, R3L, ist Hernalser Künstlern, Wissenschaftlern, Architekten, sowie Schriftstellern, Literaten, Ton- und darstellenden Künstlern gewidmet.  Fotos und kurze Biografien stellen  diese Personen  vor. Auszugsweise seien einige hievon genannt:
Univ. Prof. Dr. Elise Hofmann, 1889-1955, Jörgerstraße 37. 1935 zur Dozentin für Paläobotanik  an der Wiener Universität ernannt. Freiherr v. Rokitansky,  der Mitbegründer der Wiener medizinischen Schule wohnte in Hernals, Alsbachgasse 40 (Jörgerstraße). –Rokitanskygasse. Dombaumeister Friedrich Schmidt, Erbauer des Wiener Rathauses, wohnte in der Andergasse 8 (Bärenvilla).  Eine Gedenktafel am Gebäude erinnert an den Meister und Ehrenbürger der Stadt Wien  (Friedrich-Schmidt-Platz).

Der akademische Bildhauer, Prof. Carl Philipp,  Dornbacher Straße 4, war der Gestalter des Alszauberbrunnens am Elterleinplatz (im Jahre 1932),  der Sauter Büste, sowie des Sauterreliefs im ehemaligen Sauterstüberl,  Elterleinplatz 8.  Prof.Philipp wurde am Dornbacher Friedhof begraben. Der darstellende Künstler Ewald Balser,  Kammerschauspieler, Inhaber der Josef Kainz Medaille, Ehrenring der Stadt Wien, Grillparzer-Ring, Ehrenmitglied des Burgtheaters, wohnte in der Promenadegasse 24. Das ehemalige Wohnhaus von  Josef Meinrad , Kammerschauspieler und Ifflandring-Träger, befindet sich in der Ferchergasse 17 (Gedenktafel). Ferner sind u.a.vertreten:  Karl Föderl, Liederkomponist, Musiker, Schauspieler und Cafetier, Veronikagasse 28/ Ottakringer Straße 13.,(Föderlweg) Karl Griesbacher, Komponist, Chorregent an der Hernalser Pfarrkirche, Betty (Barbara) Fischer, Operettensängerin, genannt das Lercherl von Hernals, (Betty-Fischer-Weg am Heuberg), Dr.Alfred Ritter von Wurmb, Schriftsteller, Urenkel des Malers Waldmüller, Hernalser Hauptstraße 69, Sommerwohnung in Dornbach, Winklergasse 5-7. (Werke: U.a. Humoresken und Skizzen: Zwischen Heuberg und Donau, 1910. Alszauber, Fröhliches und Besinnliches aus dem alten Hernals und Dornbach), Ferdinand Sauter, Dichter des Vormärz, Hernalser Hauptstraße 63, Verstorben 1854, im Cholera-Notspital, Hernalser Hauptstraße 100. Gedenktafel am Haus. Ehrengrab am Hernalser Friedhof; Sautergasse in Ottakring und Hernals.


Schrammeln und Volkssänger

"Die Schrammeln", holzgeschnitzte Figuren

Der nächste Themenschwerpunkt befindet sich im zweiten  Ausstellungsraum links vom Eingang, R2L,  dem Gedenkraum der Schrammeln, der Fiaker und Volkssänger  sowie der Stätten des Frohsinns. Es werden Fotos der Familie der Brüder Johann und Josef Schrammel mit kurzen Lebensbeschreibungen sowie ihr Wohn- und Sterbehaus gezeigt. Mit holzgeschnitzten Alt-Wiener-Typen ist das Originalschrammelquartett und Publikum mit allseits beliebten Kunstpfeifern, Volks- und   Fiakersängern zu sehen, wie Franz Reil (Schuster Franz), der oft in Vertretung von Ziehrer mit seinem Peitschenstiel den Takt  gab,  Karl Mayerhofer (Hungerl), sowie Josef Bratfisch (Nockerl), und der Kunstpfeifer „Baron Jean“, der mit seinem bürgerlichen Namen Tranquilini hieß und ein biederer Fiaker war.

Neben Autographen von Johann Strauss (er würdigt die Musik der Brüder Schrammel) und Carl Michael Ziehrer sind auch Notenblätter von Johann Schrammel sowie ein Album mit „Alt Österreichischen Volksmelodien“, die Johann Schrammel, Kaiser Franz Josef I., anlässlich seines 40-jährigen Regierungsjubiläums ehrfurchtsvoll gewidmet hat, ausgestellt.

Ferner sehen wir das Notenblatt  „Die Rose von Orth“,  das Johann Schrammel  an Kronprinzessin Stefanie anläßlich der Jagdausstellung in Orth, feierlich überreicht  hat. In einer Vitrine sind Ehrengeschenke an Josef Bratfisch von Kronprinz Rudolf, die er seinem Leibfiaker überreicht hat, zu sehen. Bratfisch verstarb 1892. (Ehrengrab am Hernalser Friedhof).
      
Gezeigt werden auch Bilder und alte und neue Fotografien  einiger Wirkungs- und Vergnügungsstätten des Bezirkes  mit  Veranstaltungen. Auf dem Bild  einer Soiree beim Bankier Popper mit dem Schrammelquartett im Jahre 1886 sind auch  Johannes Brahms und Adele Strauss zu erkennen.

 


Judaika


Links vom Eingang in das Museum ist der 1. Ausstellungsraum, R1L, den Judaikas gewidmet. Der Bestseller-Autor und Essayist großer US-Zeitungen Frederic Morton (geboren als Fritz Mandelbaum) entstammt einer Fabrikantenfamilie aus Hernals, Thelemangasse 8 und mußte 1938 mit seiner Familie in die USA fliehen. In einer kleinen Vitrine werden einige seiner Bücher mit einer kurzen Lebensbeschreibung ausgestellt.

Anläßlich des 80.Geburtstages von Frederic MORTON am 5.10.2004 zeigen wir im Museum eine Kleinausstellung, von Morton als Schüler im  BRG 17 in Hernals bis zum Bestseller-Autor, Schriftsteller, bekannten Essayisten großer US-Zeitungen, einem Amerikaner aus Hernals,  Träger zahlreicher internationaler Ehrungen und Auszeichnungen. Frederic MORTON besucht immer wieder gerne Hernals und das Bezirksmuseum.

In einer Vitrine ist die Bronzebüste des Operretenkomponisten Edmund Eysler, sein Taktstock, und ein Handabguß vom 4.10. 1949 ausgestellt; ferner  eine Skulptur von Girardi, in der  Rolle des „Bruder Straubinger“. Zu sehen ist auch ein Piano, auf dem Eysler  1949 zum letzten Mal vor seinem Tod gespielt hat  (Ehrengrab am Wiener Zentralfriedhof).
Zwei Reliefs mit alttestamentarischen Szenen  und eine Lampe aus einem Betsaal befinden sich ebenfalls in diesem  Raum.


Bezirksmuseum
17. Hernals

1170, Hernalser Hauptstraße 72-74
Museumsleiterin
Trude Neuhold


Tel:      01/403 43 38
Email: bm1170@bezirksmuseum.at
Erreichbarkeit
Linie 9 - Elterleinplatz

Linie 43 - Elterleinplatz


Öffnungszeiten
jeden 1. und 3. Sonntag im Monat von

10.00 bis 12.00 Uhr
Montag 16.00 bis 19.00 Uhr

Geschlossen
Schulferien und Feiertage
Freier Eintritt
 
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