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SPORT IN WIEN

Hans W. Bousska


1766 gab Kaiser Josef II. das Augebiet des Praters zur allgemeinen Benutzung frei. Ab sofort besuchten vor allem an Sonn- und Feiertagen sehr viele Menschen den Prater. Auf der Hauptallee ritten, trabten galoppierten ­Reiter bis zum Lusthaus. 1775 wurde der Augarten, ein 50 ha großes Areal, für die Allgemeinheit geöffnet. 1814 fand anlässlich des Wiener Kongresses ein Volksfest statt, bei dem auf dem Turnerplatz Reit- und Gymnastikvorführungen vor geladenem Publikum stattfanden. Auch Armbrustschützen, Tänze und der Start eines ­Luftschiffes ­waren zu sehen. Das „gewöhnliche Volk“ gestaltete seine Freizeit eher spielerisch. Knaben und Männer vergnügten sich bei Wettläufen, Kegeln, Klettern, Eis­schießen; die Mädchen bei Kreisspielen, Steckenpferdhüpfen, Radschlagen, Reigenspielen, Einbein- und Tempelhüpfen. Bei Volkstänzen, Nachlauf- und Kreisspielen konnten sich Männer und Frauen näherkommen und Verbindungen anknüpfen. Diese Belustigungen fallen heute unter den Begriff „Volks- und Freizeitsport“. Sportliche Betätigung ist heute ein Sammelbegriff für vielfältige Ausübung, gesunde Lebensweise aber auch Outfit geworden. Zum Sport gehört allerdings auch Showbusiness in Form von Unterhaltung, Spannung und Spektakel.
Der Streifzug durch die Vergangenheit zeigt, dass sich die Aktivitäten im Laufe der Zeit stark veränderten, aber stets die Stadt ein überdimensionales Spiel- und Sportnetz darstellte. Auf nahezu allen, früher verkehrsarmen Straßen und Plätzen, in Parkanalagen spielten und tummelten sich Kinder, ausgewählte Straßen ­standen den Reit- und Laufkonkurrenzen zur Verfügung, Gast- und Kaffeehäuser waren lange Zeit Sportstätten für ­Stemmer, Turner, Ringer, Kegler und Tischtennis­spieler. Im ­Winter wurden die Teiche, Kanäle, ungestreuten eisglatten ­Straßen als Eis- und Schlittenbahnen oder für ­Rodelpartien genutzt.
Die Sportstätte Wien beherbergt schon seit längerem „Quer-durch-Wien-Läufe“ aller Art. Viele ­Straßen und Plätze wurden bzw. werden als Radrennstrecken genutzt, die Bedingungen dazu von der Stadtverwaltung ausgebaut, erhalten und attraktiv gestaltet. Ein Netz von über 100 Fit-Centren in nahezu allen Bezirken stehen dem Benutzer für Kraft- und Ausdauertraining, ­Gymnastik, Bodystyling und Gesundheitsberatung von fachlich qualifizierten Betreuern zur Verfügung.
In den letzten Jahren haben City- und Mountainbiker, Inline Skater und Skateboarder stark zugenommen, die die gesamte Stadt als Sport-, Spiel- und Fortbewegungsareal nützen.
Gesellschaftliche Entwicklungen wirkten sich ­natürlich auch auf den Sport aus. Ende des 19. Jahrhunderts galten Sportausübende als Außen­seiter – vor allem wenn sie dem „brutalen“ Fußballsport huldigten. Nicht selten legten sich daher Fußballer ein Synonym zu, um ihre Existenz im bürgerlichen ­Leben nicht aufs Spiel zu setzen. Mädchen und ­Frauen, die sich sportlich betätigten – in damals unzüchtiger ­Kleidung – ­waren besonders der Kritik ausgesetzt. Bretterwände sollten die Sicht auf dieses unzüchtige Treiben verhindern, Geschlechtertrennung für Zucht und Ordnung sorgen. Besonders Sportlerinnen drohten manche geistliche Würdenträger nicht selten von der Kanzel mit dem ­Kirchenbann wegen ihrer unwürdigen Tätigkeit.
Eine Wende auch im Sport brachte der Aufbruch der Arbeiterklasse. Plötzlich sollten möglichst viele Menschen sportlich aktiv werden. Die rasch ­wachsende Zahl Sporttreibender verlangte nach mehr und größeren Sportstätten. Die sportliche Betätigung steigerte das gesellschaftliche Ansehen, die Zuschauerzahl bei den Veranstaltungen stieg sprunghaft an.

Neue Kommunikationstechniken, Radio, Fern­sehen, Zeitungen und Fachpublikationen verlangten an den Veranstaltungsorten entsprechende Arbeits­bedingungen, um Großveranstaltungen durchführen bzw. übertragen zu können.

Bezirksmuseum
12. Meidling

1120, Längenfeldgasse 13-15
Museumsleiterin
Prof. Dr. Vladimira Bousska


Tel:   01/817 65 98
(Mo-Fr  9.00-13.00 Uhr)
Fax:  01/817 65 98 - 12
Email:
bm1120@bezirksmuseum.at
Erreichbarkeit
U 4, U 6 - Längenfeldgasse

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59A - Hans-Mandl-Berufsschule
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63A - Hans-Mandl-Berufsschule
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Mittwoch  9.00 bis 12.00 Uhr 
und 16.00 bis 18.00 Uhr

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