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 Entwicklung des Bezirkes

 

Zum heutigen Industrie- und Arbeiterbezirk entwickelte sich Favoriten ab der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Durch die Wienerberger Ziegelwerke und dem Bau der Süd- und Ostbahn wurden große Mengen an Arbeitern benötigt. Zu den frühesten Betrieben vor der Favorithen-Linie zählten u.a. die Elsingersche Teerfabrik,die Wagenmannsche Chemiefabrik und zahlreiche Ziegelöfen.

Da Baugrund in jeder Menge vorhanden und dementsprechend billig war, siedelten sich bald weitere Betriebe, vorwiegend Metallverarbeitende und Maschinenbaubetriebe an. Auch die Lebenshaltungskosten für die Arbeiterfamilien waren außerhalb des Linienwalls, an dem die Verzehrsteuer zu entrichten war,  beträchtlich niedriger.

Vor allem die zahlreichen Ziegelwerke bewirkten einen Zuwandererstrom von Arbeitern, die hauptsächlich aus den damaligen Kronländern Böhmen und Mähren kamen und sich in Favoriten ansiedelten. Daher kommt auch der Ausdruck des Ziegelböhms.

Heute hat Favoriten einen hohen türkischen und serbokroatischen Bevölkerungsanteil.

Nach und nach siedelten sich weitere Firmen, wie 1884 Hutter und Schranz, 1890 Heller, 1891 Brown-Boveri und 1891 Ankerbrot, an.

Nach 1918 war Favoriten bereits der bevölkerungsreichste Bezirk von Wien!

Für die Arbeiter wurden massenweise billige Zinskasernen errichtet, bestehend aus Zimmer-Küchen-Wohnungen mit Wasser und WC am Gang. Die Lebensbedingungen, unter denen ein Grossteil der Favoritner lebte, waren verheerend. Der Bezirk hatte die kleinsten Wohnungen, aber die größte Wohnraumbelegung von Wien. In vielen Wohnungen wurden z.B. Betten stundenweise an so genannte Bettgeher vermietet, um sich den geringen Lohn ein wenig aufzubessern, bzw. wenigstens zum Schlafen ein Bett zu haben. Für eine Besserstellung der Arbeiter, den Ziegelböhmen, engagierte sich vor allem Victor Adler. Daraus entwickelten sich letzten Endes die Wiener Arbeiterbewegung und die Gründung der Sozialdemokraten.

In dieser Zeit entstand auch der Böhmische Prater, ein billiger Vergnügungsort mit Gasthäuser, Ringelspiele usw. für Sonntagsausflüge der hier lebenden Ziegelböhm. Er entstand 1882 aus einer kleinen Gastwirtschaft, die ein Kantinenwirt des Ziegelwerks Laaerwald führte.

Mit der Gründung des Bezirks begann aber auch eine rege Bautätigkeit. Die erste Kirche von Favoriten, die Pfarrkirche St. Johann Evangelist, die Keplerkirche, wurde von 1872-1876 erbaut. 1887-1892 wurde das Franz-Josefs-Spital errichtet. In diesem Zeitraum  entstanden auch das Magistratische Bezirksamt, eine Synagoge und zahlreiche Schulen und Kindergärten.

Im Jahre 1898 wurde der Wasserturm in Betrieb genommen. Nach der Spinnerin am Kreuz das zweite Wahrzeichen von Favoriten. Er versorgte bis 1910 Teile von Favoriten und des heutigen 23. Bezirks mit Wasser.

Weiters entstanden u.a. das Arbeiterheim Favoriten (1901/1902), und die Franz-Ferinand-Kaserne, die heutige Trostkaserne (1911/1912).

In der Zwischenkriegszeit begann wie in ganz Wien, so auch in Favoriten, der Soziale Wohnbau. Es wurden Wohnhausanlagen von der Gemeinde Wien errichtet, beispielsweise 1924 der Viktor-Adler-Hof, 1926 der Pernerstorferhof , 1927 der Jean-Jaures-Hof, sowie 1930 der George-Washington-Hof. Dazu kam noch 1926 das Amalienbad, das damals größte und modernste Hallenbad Europas.

Im zweiten Weltkrieg wurden fast zwei Drittel aller Gebäude in Favoriten beschädigt oder zerstört. Rasch wurde nach dem Krieg mit der Reparatur und der Errichtung neuer Wohnbauten im Bezirk begonnen. So wurde von 1947-1951 und 1954-1955 die Per-Albin-Hannson-Siedlung-West errichtet. Es war das erste große Wohnprojekt der Stadt Wien nach dem Krieg. Es folgten u a. 1964-1971 die Per-Albin-Hannson-Siedlung-Nord und 1966-1977 die Per-Albin-Hannson-Siedlung-Ost. Am Wienerberg  wurde 1962-1970 das weithin sichtbare Philips-Haus errichtet. Am Wienerberg wurde 1999 mit der Errichtung der Wienerberg-City, eine Anlage mit zahlreichen Wohn- und Bürogebäuden begonnen. Die bekanntesten Gebäude sind die von 1999 bis 2001 errichteten Twin-Towers.

In Favoriten, in Unterlaa befindet sich auch das größte Umspannwerk von Wien, das Umspannwerk Wien-Südost. Es dient der Stromversorgung von Wien und Teilen von Niederösterreich und dem Burgenland.

Bis Ende der Fünfzigerjahre wurde der Laaerberg aufgeforstet und der Wienerberg als Naherholungsgebiet etabliert. 1959 wurde das Sommerbad Laaerberg, mit Wellenbad und einem 50 Meter-Becken für Sportveranstaltungen, eröffnet. Am Südhang des Laaerbergs wurde Ende der sechziger Jahre ein Erholungspark errichtet und, zum hundertsten Jahrestag der Bezirksgründung, im Jahr 1974 als Gartenbauausstellung eröffnet, heute als Kurpark Oberlaa als Naherholungsgebiet der Favoritner bekannt und beliebt.

Bei der Suche nach Erdöl wurde 1934 bei der Liesing eine Schwefelquelle angebohrt und als uninteressant wieder zugeschüttet. 1965 wurde die Quelle wieder gesucht, und dann wurde 1969 der erste provisorische Kurbetrieb aufgenommen. Gleichzeitig mit der Gartenbau-Ausstellung wurden auch das Thermalbad Oberlaa und das Kurmittelhaus gebaut und auch 1974 eröffnet. Beide wurden von 2008 -2010 neu errichtet.

Die  erste U-Bahn Strecke in Wien wurde vom Karlsplatz (1.Bezirk) nach Favoriten zum Reumannplatz geführt und 1978 feierlich eröffnet. Derzeit wird an einer schon länger geplanten Verlängerung bis Rothneusiedl gebaut. Im Zuge des U-Bahn-Baus wurde auch die erste Fußgängerstraße von Wien, die von der Landgutgasse zum Reumannplatz führende Favoritner Fußgängerzone gestaltet. Im Jahre 2005 wurde diese dann bis zum Südtirolerplatz erweitert.

Fußball war und ist eine bevorzugte Sportart in Favoriten.Von den zahlreichen Favoritner Sportanlagen sollen nur eine, stellvertretend für alle, erwähnt werden. Für den SK-Slovan-Wien wurde 1925 am Laaerberg, nahe dem heutigen Verteilerkreis, eine Sportanlage errichtet, nach dem Krieg besser bekannt als Tschechischer Herz-Platz. 1974 auf Horr-Stadion umbenannt, wurde es 1982 zur Heimstätte der Wiener Austria und heißt heute offiziell Generali-Arena.

Am Südosthang des Laaerbergs, in Oberlaa, entstand bereits vor Jahrhunderten, bedingt durch den guten Boden und dem warmen, pannonischen Klimaeinfluss, eine kleine aber feine Weinkultur. Nach dem zweiten Weltkrieg entstanden dort, etwas abseits der Durchfahrtsstraßen mehrere Weinschänken, die Oberlaaer Heurigen, die das ganze Jahr besucht werden können.


Bezirksmuseum
10. Favoriten

1100, Ada Christengasse 2B
(Olof- Palme-Hof)
Museumsleiterin
Eva Fischer


Tel/Fax   01/689 81 93
Tel:        01/810 61 86 (Fischer)
Email:     bm1100@bezirksmuseum.at
             museum.favoriten@gmail.com
Erreichbarkeit
U 1 - Alaudagasse

19A - Alaudagasse


Öffnungszeiten
Donnerstag 16.00 bis 19.00 Uhr


Geschlossen
Schulferien und Feiertage
Freier Eintritt
 
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