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Währing

Wien, und damit auch Währing, war einst von einem großen Meer bedeckt, das bis zu den Hängen des Wienerwaldes reichte und sich nur langsam zurückzog. Aus urgeschichtlicher Zeit und aus der Römerzeit liegen keine Quellen vor, sodass wir bis ins 9./10. Jahrhundert n.Chr. kaum etwas über unseren Bezirk wissen. Erst mit dem Zurückdrängen der Awaren und Slawen, die in den von den Römern verlassenen, österreichischen Raum eingedrungen waren, setzte die bayrische Kolonisation in unserem Gebiet ein. Daran konnte auch ein vorübergehendes Eindringen der Ungarn nichts mehr ändern.

Die Menschen lebten in dieser Zeit vorwiegend vom Weinbau. Das Land war in Flure (Ackerbau) und Riede (Weinbau) eingeteilt, wobei manche Ried- u. Flurnamen, wie der Gotteshausberg, Hohenwart, Alsegg, Walgriß usw. noch heute geläufig sind. Das Währingbachtal bildete eine geschlossene Talschaft in den Wienerwald hinein und ist daher aufgrund der geringen Ausbreitungsmöglichkeiten – mit Ausnahme des Dorfes Währing auf der „Gürtel-Terrasse“ –  schlechter Verkehrsaufschließung und mangelnder Energiequellen bis ins späte 19. Jahrhundert trotz der Nähe zur Großstadt eine konservative Acker- und Weingartenlandschaft geblieben.

Die erste Grundherrschaft auf Währinger Boden war das Benediktinerstift Michaelbeuern („zu den michel buren“ – zu den großen Häusern), dessen Stammkloster in Salzburg liegt. Die Urkunden über die Klostergründung sind in Verlust geraten, wahrscheinlich dürfte sie um 1000 erfolgt sein.

Der Name Währing stammt entweder von dem slawischen Wort „var“ (= heiße Quelle, deren es einige in diesem Raum gab) oder von Werigandus, dem ersten Abt des Klosters Michaelbeuern. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus der Zeit des Abtes Walther (1161 – 1190), der von einem Goldschmied aus Wien einen Weingarten auf dem michelbeurischen Grund zu Währing erworben hatte.

Die Kapelle und der „Hof zu Währing“ (auch Berghof oder Freihof genannt) bildeten den Kern der ältesten Siedlung. Der Hof zu Währing (heute Währinger Straße 91-93) war das älteste Wohngebäude, in dem sich der Sitz der michaelbeurischen Gutsverwaltung befand. Die vom Stift erbaute Kapelle zur heiligen Gertrud wird erstmals 1226 erwähnt.

Die Nachrichten aus dem Mittelalter sind sehr spärlich, und gegen Ende des 13. Jahrhunderts setzen sie völlig aus. Den Besitz  Währings und seiner Umgebung haben sich drei große Grundherrschaften geteilt: der Landesherr (linkes Bachufer bis etwa zur Gymnasiumstrasse), das Himmelpfortkloster und dessen Nachfolger, die Hofkirche zu St. Michael (von der linken Bachseite, etwa von der Gymnasiumstrasse bis zum Wall und darüber) und am rechten Bachufer das Benediktinerstift Michelbeuern.  Im 18. Jahrhundert erlangten die Barnabiten eine Grundherrschaft in Währing am linken Bachufer.

Die Grundherrschaften hatten in ihren Orten gewöhnlich einen besseren Gutshof oder später ein „Schloss“ mit Getreidespeicher und Weinkeller für den Zehent als Verwaltungssitz, sofern nicht die „Herrschaft“ selbst dort residierte. Das Verwaltungszentrum der Barnabiten ist heute noch erhalten (Gentzgasse 10), während der michelbeurische „Berghof“ den Neubauten Währinger Straße 91-93 weichen musste.

Bis gegen 1485 konnte sich die Ansiedlung ungestört entwickeln. 1485 war der Ungarnkönig Mathias Corvinus bis Wien vorgerückt, wo er von seinem Hauptquartier aus, das er im Haus „Zum wilden Mann“ in Währing aufgeschlagen hatte, die Stadt belagerte. Dabei wurde der Ort teilweise beschädigt.

In den beiden Türkenbelagerungen Wiens (1529 und 1683) wurde Währing von den Türken dem Erdboden gleichgemacht, und die Weinkulturen wurden völlig zerstört. Ein gleiches Schicksal erlitten auch Weinhaus, Gersthof und Pötzleinsdorf, da sie ja alle nahe der Türkenschanze lagen und mit den Türken direkt in Kontakt kamen. Bereits zwei Jahre vor der zweiten Türkenbelagerung Wiens gab es in Währing eine der ärgsten Seuchen. Kaum wiedererstanden von den Türkenkriegen, wurde Währing 1713 abermals von der Pest  heimgesucht. Laut Berichten aus dieser Zeit blieben einmal 300 Leichen acht Tage unbeerdigt liegen.

Während der Reformation gab es in Währing zeitweise nur drei katholische Familien. Vom Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) blieb Währing unberührt, doch auch das herumschweifende Gesindel brachte viel Kummer.

Der 1704 auf den Rat von Prinz Eugen aufgeworfene Linienwall (fast identisch mit der Gürteltrasse der U 6) teilte den michaelbeurischen Stiftsgrund, wobei der innerhalb des Linienwalls gelegene Stiftsgrund dem Stadtmagistrat Wien überlassen werde musste. Damit wurde ein Grund, der über 700 Jahre zu "Währing" gehört hatte, abgetrennt.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts trat der Weinbau zurück, und der Ackerbau nahm zu. Gleichzeitig stieg auch die Einwohnerzahl.

Nach Aufhebung der Grundherrschaften im Jahre 1848 trat zwei Jahre später Josef Prziborsky sein Amt als erster Bürgermeister von Währing an. 1870 gab es bereits über 500 Häuser. Währing wurde ganz besonders gern vom mittleren Bürgertum bewohnt, die tagsüber in der Stadt oder in den industriereichen Vorstädten beschäftigt waren.

In diese Zeit fällt auch die Konstituierung des Cottage-Vereins, und die ersten 50 Villen (von ca. 350) wurden gebaut. Weiters wurde das Bett des Währingbaches vollends überwölbt und Währing an die Hochquellenwasserleitung angeschlossen. 1888 wird auf den Gründen an der Türkenschanze der "Türkenschanzpark" durch Kaiser Franz Joseph I. eröffnet.

Währing hat auch als erste unter den Vorortegemeinden die Anregung zur Schaffung von Groß-Wien gegeben. So wurde der letzte Bürgermeister von Währing, Jakob Gerlach, 1892 bei der Eingemeindung von Währing nach Wien auch der erste Bezirksvorsteher des nunmehrigen 18. Wiener Gemeindebezirkes.

Der 18. Wiener Gemeindebezirk Währing wurde am 1.Jänner 1892 aus den ehemaligen selbstständigen niederösterreichischen Orten Währing, Weinhaus, Gersthof, Pötzleinsdorf, Neustift am Walde und Salmannsdorf gebildet. 1938 kamen Neustift am Walde und Salmannsdorf zum 19. Bezirk Döbling.

Heute kennzeichnen die Kirche St. Ägydius, die Johannes-Nepomuk-Kapelle, das Gersthofer Platzl, die Weinhauser- und die Gertrud-Kirche die wichtigen Punkte der früheren Orte.

18. Währing


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