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DER LINIENWALL

Die Ostgrenze unseres Vorortes bildete der Linienwall. Um Wien und die Vorstädte zu schützen, war der insgesamt rund 13 km lange Linienwall 1704 zum Schutze gegen die Kuruzzen errichtet worden. Der Wall hatte wegen der Beschaffenheit des jeweiligen Gebietes und aus strategischen Gründen einen zickzackförmigen Verlauf. Der Hernalser Linienwall führte entlang des heutigen inneren Lerchenfelder Gürtels über den Uhlplatz, schnitt die Blindengasse und erreichte knapp hinter der Bennogasse die Alser Straße beim Haus Alser Straße 67.  Der Linienwall trennte die Vorstädte (heute 3.-9.Bezirk) von den Vororten (heute 10.-19.Bezirk). Diese Befestigungsanlage war aus strategischen Überlegungen angelegt worden,  diente  aber  in der Folge als Steuergrenze (Verzehrungssteuer).
 

Villa Artaria in Neuwaldegg

Ausflüge in die Vororte vor den Linienwall wurden immer beliebter. Zu dieser Zeit gehörten Dornbach und Hernals zu den beliebtesten Sommerfrischen. Familien des Adels, des Wirtschaftsbürgertums und bürgerlich-intellektueller Schichten mieteten Sommerwohnungen auf dem Land oder bauten selbst Villen und Sommerhäuser (Palffy, Kuffner, Gerold, Schoeller, Artaria etc.). In Neuwaldegg war besonders der Garten des Grafen Lacy – der spätere Schwarzenberg- oder Neuwaldegger-Park als Ausflugsziel sehr geschätzt. 1825 eröffnete der Dornbacher Fuhrwerksunternehmer Paul Konrath einen Stellwagendienst, der die Ausflügler von Wien nach Dornbach und Hernals brachte.

Kämpfe an der Hernalser Linie im Jahre 1848

Kämpfe an der Hernalser Linie
Im Revolutionsjahr 1848 tobten erbitterte Kämpfe an der Hernalser Linie. Die Truppen des Fürsten Windischgrätz rückten von Dornbach – wo militärische Einheiten Quartier bezogen hatten – auf die Hernalser Linie vor und stürmten dort die Barrikaden der Nationalgarde. Nach heftigen Kämpfen wurde die Hernalser Linie am 30.Oktober 1848 von Windischgrätz’ Truppen eingenommen. Im Jahre 1890 herrschte wegen der bevorstehenden Eingemeindung große Aufregung in Hernals.

Die Bürger wehrten sich gegen die Einbeziehung in den Steuer-Rayon. Durch eine Bürgermeisterabordnung wurde zum gemeinsamen Vorgehen sämtlicher Vororte aufgerufen. Die Emotionen der Bevölkerung nahmen dermaßen zu, dass Ausnahmeverfügungen getroffen werden mussten. Einen Tag vor Inkrafttreten des Gesetzes wurde die Hernalser Gemeindevertretung – auf Anordnung des Niederösterreichischen Statthalters - durch einen Regierungskommissär abgelöst, wodurch das Vertrauen der Hernalser Bevölkerung noch mehr erschüttert worden war. Das „Wiener Tagblatt“ vom 18.12.1890 berichtete, dass binnen zwei Stunden bei der Hernalser Sparkasse 100.000 Gulden behoben und 15.000 gekündigt worden waren. Mit kaiserlicher Sanktion vom 19.12.1890 erlangte das Gesetz betreffend die Eingemeindung der Vororte nach Wien seine Gültigkeit. Mit der Demolierung des Walles wurde am 24.2.1894 begonnen und an seiner Stelle die Gürtelstraße angelegt. Für Hernals erforderte dies eine neue Grenzziehung. Die Realitäten am Beginn des Hernalser Gürtels mussten an den 8.Bezirk und die östlich der Gürtelstraße gelegenen Realitäten an den 9.Bezirk abgegeben werden. Hernals verlor dadurch den inneren Gürtel. Seit dieser Zeit bildet der äußere Gürtel die Hernalser Grenze. Mit Gürtel/Veronikagasse (ehemaliger „Hernalser Hof“) entstand der „Hernalser Spitz“. Seither beginnen die Hernalser Hauptstraße und die Ottakringer Straße in unserem Bezirk mit den Nummern 5 bzw. 12. 17). Die Mautstellen, „Linienämter“ genannt, wurden an die neue Stadtgrenze verlegt, im Falle des neu entstandenen 17.Bezirkes nach Neuwaldegg, Neuwaldegger Straße 59.

17. Hernals


1170 Wien,
Hernalser Hauptstraße 72-74
(Lift: Eingang in der Jörgerstraße, Ebene 4)

Tel.: 01/403 43 38 (Anrufbeantworter)
mail: bm1170(at)bezirksmuseum.at

Museumsleitung:
Trude Neuhold


Öffnungszeiten: 
Montag von 16:00 -20:00 Uhr sowie
jeden 1. und 3. Sonntag im Monat
von 10:00 -12:00 Uhr

Schulferien und Feiertage geschlossen!

Eintritt frei

Verkehrsverbindungen:
Straßenbahn Linie 43 und Linie 9, Station Elterleinplatz


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