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Walter Bosse

 

geboren 1904 in Wiengestorben 1979 ln Iserlohn / Bayern

Keramikkünstler – Designer
   

1904 in Wien als Sohn des Maler-Ehepaares Luise und Julius Bosse geboren, der Vater war vor dem 1.Weltkrieg Porträtmaler am Zarenhof.

1918 – 1922 Ausbildung an der renommierten k.k.Wiener Kunstdewerbeschule bei den Prof. Cizek (1919-20) und Michael Powolny (1921-22), sowie 1922 bei den Professoren Riemerschmidt und Niemeyer in München.

ab 1921 selbstständige Arbeit als Keramiker, Mitarbeiter der Wiener Werkstätte unter Joseph Hoffmann

ab 1921 Mitarbeiter der Porzellanmanufaktur Augarten, später bei Fischer (Ilmenau), Goebel (Oeslau), der staatlichen Majolikamanufaktur Karlsruhe

1922 Eigene Keramikwerkstatt in Kufstein – dort entstanden u. a. die heute weltberühmten grotesken Tierfiguren und witzig-drolligen menschlichen Figuren in einer vom Naturalismus abweichenden Form als Ausdruck beabsichtigter, märchenhaft wirkender Formverfremdung der naturalistischen Vorbilder. Zahlreiche Entwürfe für andere Manufakturen, darunter auch Augarten und Goldscheider in Wien.

1934 Atelier in Wien

1937 Konkurs in Kufstein, Übersiedlung nach Wien

1938 Erzeugung von Keramikwaren in Wien; Kriegsdienst

1944 – 1949 Erzeugung von Kunstkeramik in seinem Keramikatelier am Stubenring unter dem Firmennamen „Terra“ (Markenzeichen eine Gemse),
Erzeugung von Kunstgewerbeartikeln aus Stoff, Leder, Metall Glas, Keramik (Stofftiere, Emailarbeiten, Glasschalen, Dosen,..).
Geschäft an der Sirk-Ecke, Produktionsstätten im Tuchlaubenhof, im 20.Bezirk in der Salzachstr. 41 und in vielen, durch den Krieg verwaisten Geschäftslokalen in ganz Wien.

1950 Beginn der Produktion kleiner Messingfiguren („Schwarz-Gold-Linie“) für den täglichen Gebrauch: Schuhlöffel, Flaschenöffner, Schlüsselhalter, Kleiderhaken, Aschenbecher, Kerzenhalter, Korkenzieher u.v.a. (ähnlich wie Hagenauer, Rohatsch u.a.). Auch hier die Verfremdung realistischer Vorbilder ins witzig – Groteske, köstlich Humorvolle.

1953 wirschaftliche Schwierigkeiten, Übergabe seiner Firma an Herta Baller, die alle seine Formen übernahm und als „Baller“-Figuren weiterproduzierte.
Bosse übersiedelte nach Iserlohn, Deutschland, eine alte Messingstadt, wo er wieder Messingfiguren goss und gießen ließ und wo auch sein weltberühmter Igel-Ascher entstand. Er nannte sich fortan „Bosse - Wien“.
  

   
Seine Figürchen fanden sich in den 50er bis 70er-Jahren in jeder Trafik, in Boutiquen, Versandkatalogen und Andenken-Geschäften – und er wurde weltweit gefälscht!

Sein Gesamtwerk umfasste etwa 8000 Modelle und Entwürfe, davon etwa 3000 Keramiken.

Er versuchte, als Designer seine Entwürfe zu vermarkten und dafür Lizenzgebühren zu erhalten, wurde aber immer wieder betrogen und begann einen mühevollen, aufreibenden Instanzenweg vor Gericht. Er gilt als der Begründer des modernen Urheberrechtes für Designerware und Kunsthandwerk.
  

1979 starb Bosse völlig verarmt und mittellos. Den Grabstein mit den Igeln ließen ihm Freunde in Iserlohn anfertigen, dieser musste 2005 einer Umgestaltung des Friedhofes weichen und wurde durch einen Gedenkstein ersetzt. Von dem Sammler- und Buchautoren-Ehepaar Johanna und Hans Hottenroth wurde der Stein in Verwahrung genommen und 2007 dem Bezirksmuseum Innere Stadt zum Andenken an den berühmten Wiener Künstler geschenkt.


Lit.: Schreyer-Hottenroth, Walter Bosse Leben und Handwerk 1904-1979; Brandstätter, Wien 2000
  

Grabstein  von Walter Bosse im Bezirksmuseum Innere Stadt 

1. Innere Stadt

Wipplingerstraße 8
Altes Rathaus

Eingang: im linken Innenhof des Rathauses (Museumshof)
Zugang: über Wipplingerstraße 8 sowie Stoß im Himmel 2


Museumsleiter:
Ing. Kurt Kospach

 
Telefon Di. und Do. von 16-18Uhr:
01/4000 DW 01127

  
Email: bm1010(at)bezirksmuseum.at

 



Achtung: Neue Öffnungszeiten ab Herbst 2012:
Dienstag und Donnerstag 16 bis 18 Uhr


Der Eintritt ist frei.

Das Museum ist an unterrichtsfreien Tagen der Wiener Schulen geschlossen.