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Das PALASTKINO in der Josefstädterstraße

 
Was lernt man im Heimatkundeunterricht in der Volksschule ? Die Josefstädter Straße ist 1 km lang. Sie ist jene Straße, die genau in der Mitte des Bezirkes von der Auerspergstraße (früher im Volksmund auch als „2er Linie“ bezeichnet, weil hier die Straßenbahnen E2, G2 und H2 fuhren) bis zum Gürtel führt. Ende des 17. Jhdt. hieß sie Burggasse oder Burgtorgasse, ab 1778 Kaisergasse, benannt nach Kaiser Joseph I., nach dem auch der gesamte Bezirk seinen Namen hat.

Wichtige Gebäude lagen seinerzeit an dieser Straße, im unteren Teil das Radlmayerhaus, wo heute das Gebäude des Gaswerkes steht, das Theater in der Josefstadt, und weiter im oberen Teil die Palais Hocke und Sala, Strozzi (heute das schönste Finanzamt von Wien mit einer einmaligen Sala terrena im hinteren Teil), sowie die große Trattnersche Druckerei. Heute sind die Palais verschwunden, ersetzt durch Geschäfte sonder Zahl, das Theater konnte seinen Platz als eine der führenden deutschsprachigen Bühnen bewahren.

An dieser Hauptader des Bezirkes lagen auch zwei Kinos: das kleine „Albertkino“ Ecke Albertgasse und auf Nr. 43-45 das „Palastkino“. Auf diesem Areal standen bis 1834 zwei Häuser, die zusammengebaut wurden, wodurch bis 1862 kurioserweise die Grenze zwischen den Vorstädten Altlerchenfeld und Strozzigrund lief. 1912 wurde das jetzige Haus erbaut, das durch viele Höfe getrennt, bis zur Pfeilgasse reicht. 1917 eröffnete das „Palastkino“ seine Pforten, natürlich als Stummfilmkino. Am 18. November 1918 wurde das Lustspiel „Weg mit dem Schuhzeug“ gegeben, die Salonkapelle Leopold Trischler spielte. Trischler war Dirigent des Philadelphia-Theaters in New York gewesen, sowie Chordirigent in Wien und Olmütz. Er war Mitglied des Kaiser Jubiläums-Stadttheaters in Wien. Als Eintritt wurde der Einheitspreis von 20 Heller verlangt.

Das „Palastkino“ zu betreten war ein Erlebnis, nicht umsonst hieß es „Kino-Lichtspieltheater“. Es war wie ein Theater konzipiert, mit einem Rang versehen, der sich im Halbrund bis zur Bühne zog, die auch als solche benützt werden konnte. Die Ausstattung war vornehm, gepolsterte rote Fauteuils. Bis zum Jahr 1971 wurden hier fast alle Filme nachgespielt, die sonst in den Premierenkinos liefen. Gewechselt wurde Dienstag oder Donnerstag, je nach Erfolg des Filmes.

1972 schloß das „Palastkino“ seine Pforten, ein Supermarkt zog ein.

Bezirksmuseum
8. Josefstadt

1080, Schmidgasse 18
Museumsleiterin
Maria Ettl

Tel:     01/403 64 15
Email: bm1080@bezirksmuseum.at
Erreichbarkeit
U 2 - Rathaus

13A - Lederergasse/Piaristengasse
Linie 2 - Lederergasse
Linie 5 - Lange Gasse/Laudongasse
Öffnungszeiten
Sonntag 10.00 bis 12.00 Uhr

Mittwoch 18.00 bis 20.00 Uhr
Nach Vereinbarung
Geschlossen
Schulferien und Feiertage
Freier Eintritt
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