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Zur Technik der Glasmalerei

Alicia Ysabel Spengler M.A.

 

Unter Glasmalerei im engeren Sinn des Wortes versteht man die Kunst, durchsichtiges farbloses oder in der Masse gefärbtes Glas mittels verglasbarer Farben zu bemalen, welche sich bei Erhitzung im Ofen mit der Oberfläche des schwerer schmelzbaren Trägerglas dauerhaft verbinden. Die Malerei kann auf einer einzigen Glastafel ausgeführt sein oder es werden mehrere Glasstücke verschiedener Größe bemalt und anschließend durch Bleiruten miteinander verbunden. 

 

Bei der Kunstverglasung entsteht das Bild durch Zusammenstellung farbiger Glasstücke, welche durch Bleiruten mit einander verbunden werden, wobei diese zugleich als Umrisslinien dienen.

 

Glasmosaike nennt man Arbeiten, die aus zahlreichen kleinen Glasstückchen zusammengesetzt sind, welche auf gemeinschaftlicher Unterlage festgekittet werden.

 

Die Hinterglasmalerei oder Unterglasmalerei besteht in dem Auftrag undurchsichtiger und nicht einbrennbarer Farben auf der Rückseite der Glasfläche. Das Bild kann nur auf der Vorderseite im auffallenden Lichte Gesehen werden.

 

Die Herstellung eines Glasbildes:

 

Die erste Arbeit besteht in der Herstellung einer Farbenskizze im Maßstab von 1:10 oder 1:20,  durch welche das Glasbild in Bezug auf Zeichnung und Farbenwirkung festgelegt wird. Auf Grundlage dieses Entwurfs zeichnet man es in wirklicher, d.h. den Fenstermaßen entsprechender Größe mit allen Einzelheiten auf, d.h. man fertigt den Karton. Schon beim ersten Entwurf ist auf den besonderen Charakter der Glasmalerei Rücksicht zu nehmen. Bei der Ausführung des Kartons sind auch alle Bleiruten, die möglichen steinernen Pfosten, die eisernen Querstangen u.s.w. einzuzeichnen.

 

Sodann wird von dem Karton eine sogenannte Schnittpause hergestellt, auf der man in einfachen kräftigen Linien sämtliche Bleiruten angibt, welche die einzelnen Gläser voneinander trennen. Überträgt man die Schnittpause auf starkes Schablonenpapier und zerschneidet dieses nach dem Verlauf der Bleilinien in Stücke, so erhält man die Schablonen. Diese werden beim Ausschneiden an allen Seiten zugleich so viel verkleinert, wie die Hälfte des Kerns der Bleiruten beträgt. Auf diesen Schablonen bezeichnet man nach der zuerst gefertigten Skizze die Farbe des betreffenden Glases, legt sie sodann auf die entsprechenden Glastafeln und schneidet die einzelnen Stücke aus.

 

Ist das Glas zugeschnitten, kann es bemalt oder direkt verbleit werden. Bei Kunstverglasungen wird man sofort mit der Zusammensetzung der Glasstücke beginnen, während bei den eigentlichen Glasmalereien diese vorher zu bemalen und die aufgetragenen Farben einzubrennen sind. Dabei können die Gläser an und für sich schon alle Farben enthalten und man hat nur noch die Details innerhalb der durch die Bleiruten gegebenen allgemeinen Umrisse mit einer dunkelbraunen oder schwarzen Farbe, dem sogenannten Schwarzlot, anzudeuten. Oder das Bild wird durch das Bemalen des blanken Glases mit den verschiedenen Glasfarben und Einbrennen der letztern erhalten.

Man nennt das erste, bei monumentalen Aufgaben, wie Kirchenfenstern angewendete Verfahren „musivische“ Glasmalerei, die zweite auf kleineres Arbeiten, meist einzelne Scheiben beschränkte Art, Kabinettmalerei.

 

Plastizität erhält man, indem man weiße oder farbige Glasstücke mit einer dünnen Schicht Schwarzlot überzieht. Nachdem dieses getrocknet ist, nimmt man die Lichter der Zeichnung heraus und modelliert die Formen mehr oder weniger, so dass das Glasstück genau dem entsprechenden Teil des Kartons und der Farbenskizze entspricht. Dann folgt das Einbrennen im Ofen.

 

Nach dem Einbrennen der Farben folgt das Verbleien der einzelnen Glasstücke. Die Bleiruten haben einen H-förmigen Querschnitt und bestehen aus den Flügeln und dem Kern, welcher die einzelnen Ränder zweier benachbarter Gläser voneinander trennt. Die Verbleiung geschieht auf dem Tisch. Auf ihm wird das erste, am Rande des Fensters oder Feldes liegende Stück Glas durch Stifte, welche dicht an demselben in den Tisch eingeschlagen werden, befestigt. Dann fasst man das Glas mit Blei ein, indem man eine Bleirute in der richtigen Größe fest anfügt und die Stifte außerhalb des umgelegten Bleis wieder einschlägt. Hierauf setzt man ein zweites Glasstück an, schiebt es in die Bleirinnen und stiftet es wieder fest, legt hierauf neue Bleiruten u.s.w., bis das ganze Feld fertiggestellt ist. Dann werden die Flügel der Bleiruten niedergestrichen, fest an die Glasscheibe angedrückt und die Verbindungsstellen verlötet.

 

Schließlich dichtet man alle Bleiränder mit einem aus Kreide und Leinöl bereiteten Kitt, der mit einem kräftigen Pinsel in alle Fugen gestrichen wird. Das fertige Feld kann nun ins Fenster eingesetzt werden.

 

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Alle Fotos und Texte der Seite Glasmuseum: © by Alicia Ysabel Spengler 2008-2011

 

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