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Windmühle


Der Windmühlgrund teilt sich in die Obere Windmühle und die Untere Windmühle. Die Obere Windmühle ist ein schmales Areal im Westen des Bezirks Mariahilf, das im Norden an die
Mariahilfer Straße grenzt. Entlang der Straßenzüge Stumpergasse, Liniengasse und Webgasse wird dieses Gebiet von Gumpendorf umschlossen. Die Untere Windmühle grenzt im Westen an den Bezirksteil Mariahilf und entlang der Straßenzüge Mariahilfer Straße, Königsklostergasse und Gumpendorfer Straße an die Laimgrube.

Auf dem Gebiet des Wiener Vorortes Laimgrube befand sich seit Mitte des 14. Jahrhunderts ein Kloster, das während der ersten Türkenbelagerung 1529 zerstört wurde. Der Reichsherold Johann Fracolin erhielt 1562 von Kaiser Ferdinand dem Ersten den „öden Grund“ des in der ersten Türkenbelagerung zerstörten Franziskanerklosters Sankt Theobald mit der Auflage, hier Windmühlen zu errichten. Fracolin baute zwar eine einzige Windmühle in der heutigen Capistrangasse 10, ansonsten aber ausschließlich lukrativere Miethäuser, die zum Kern der kleinen Vorstadt wurden.

Im 16. Jahrhundert befand sich hier ein wichtiges Weinbaugebiet: 1573 wurde in 13 von 37 Häusern Wein ausgeschenkt. Offene Baulücken wurden zu Beginn des 17. Jahrhunderts verbaut – damals hatte der Ort schon 40 Häuser. Der letzte Grundherr, Jakob Mägerl, verkaufte 1620 den Windmühlengrund um 6 000 Gulden an die Stadt Wien, der fortan auch seine 41 Untertanen unterstanden.

Die Obere Windmühle wurde erst im Jahr 1780 gegründet. Der prominenteste Bewohner war der Komponist Joseph Haydn, der sich 1793 in der Kleinen Steingasse (heute: Haydngasse) ein Haus kaufte und dies von 1797 bis zu seinem Tod 1809 bewohnte. Heute ist das Haydnhaus eine Außenstelle des Wien-Museums.

Wie die anderen inneren Bezirksteile durchziehen vor allem die Untere Windmühle zahlreiche schöne Stiegen, da die Geländeunterschiede auch durch die Anhebung der Wienzeile nur wenig ausgeglichen wurden. Die Aquarellmaler um 1900 entdeckten die Romantik der ärmlichen Stiegen, speziell der Bettlerstiege mit einem fast fotografischen Auge.

Die Realität sah anders aus: Das Bettlerwesen im alten Wien „wurde als große Plage empfunden. Es war förmlich organisiert und wurde wie ein erlaubtes Geschäft, wie eine Art Innung betrachtet (Bettlerzeche) Die Hauptherberge des Bettlervolkes war das Wirtshaus an der Bettlerstiege Nr.2. Doch es wäre nicht Mariahlf, wenn es nicht damals schon eine soziale Einrichtung für die Armen gegeben hätte: Im „Königsklosterhaus“ gleich um die Ecke, einer Herberge des Königsklosters, wurde den Armen täglich „Mittagskost gespendet (…), welche das Essen auf der zum Hügel führenden Stiege sitzend verzehrten“. Auch die Glockengießerwitwe Anne Fillgrader (1763 – 1831) gründete eine Stiftung für verarmte Bürger. Die nach ihr benannte Jugendstilstiege wurde 2004 als die viertschönste Stiege Europas gekürt.

Bezirksmuseum
6. Mariahilf

1060, Mollardgasse 8
(Mezzanin)
Museumsleiter
Prof. Dr. Erich Dimitz
Tel.: +43 - 1 - 586 78 68
Email: bm1060@bezirksmuseum.at

Spendenkonto:
IBAN: AT 60 1200 0507 8602 3604
Erreichbarkeit
U 4 - Pilgramgasse

12A, 13A, 14A - Pilgramgasse

Öffnungszeiten
Sonntag 11.00 bis 13.00 Uhr

Donnerstag 10.00 bis 12.00 Uhr

MUSEUM GANZJÄHRIG GEÖFFNET !

Freier Eintritt
 
 
 
 
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