Loading
  • Wiener Bezirksmuseen
  • Sondermuseen
  • Veranstaltungskalender
  • ARGE

Magdalenengrund


Die Siedlung Magdalenengrund entstand erst zu Beginn des 18. Jahrhunderts, bis dahin befanden sich hier vor allem Weingärten. Ursprünglich hieß der Ort Im Saugraben an der Wien auf der Gstätten. Auch der spätere Name „Ratzenstadel“ verweist auf die schlechten hygienischen Verhältnisse, die sich auch in der Sage des „Rattenfängers vom Magdalenengrund“ – die Sage deckt sich inhaltlich mit jener vom „Rattenfänger von Hammeln“ (1284) – niedergeschlagen haben. Grundstückspekulation in kleinem Rahmen und fehlende Anbindung an die Wasserversorgung taten das ihre. Nichtsdestotrotz blühten hier niederschwellige Gastronomie, Kleinkunst und Prostitution.

Zahlreiche der alten Häuser sind bis in die frühen 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts weitgehend erhalten geblieben. Heute existiert  nur noch ein Haus aus diesem Ensemble in der Kaunitzgasse Nr. 7, das ehemalige Gasthaus „Zur Flucht nach Ägypten“.  Weiter unten springen die Hausnummern von 17 auf 33, da die kleinen, zwei Fenster breiten Häuschen Gemeindebauten gewichen sind.

Für KünstlerInnen wie den Maler Anton Bienert war der Ratznstadel ein so beliebtes Motiv, dass er neben seinen zahlreichen Aquarellen aus der Gegend auch ein liebevoll gefertigtes Modell dieser Vorstadtgegend anfertigte, welches im Bezirksmuseum Mariahilf zahlreiche BesucherInnen anlockt.

Nicht nur fehlende Kanalisation und unsauberes Wasser – auch die Lage am Fluss stempelte die Gegend bereits vor der frühen Industrialisierung als gesundheitsschädlich: Die Abwasser der Färbereien und Gerbereien zusammen mit den unregelmäßig und unangekündigt eintretenden Hochwässern führten zu zahlreichen lokalen Epidemien. So kam es im Jahre 1781 zum ersten Versuch einer Flussregulierung, etwa ein Jahrhundert später zur großen Regulierung mit einer zunächst vollständig geplanten, aber nach dem 1. Weltkrieg nicht weiter fortgesetzten Überdachung.

Otto Wagner wollte zugleich mit der Überdeckung des Wientales einen Prachtboulevard nach Schönbrunn errichten, was die Gegend beträchtlich aufgewertet hätte. Vorläufig entstand stattdessen ein typisches Wiener Provisorium: Der Naschmarkt übersiedelte von den Freihausgründen neben der Karlskirche in der Wieden auf die Linke Wienzeile.

Doch gerade der Naschmarkt mit seinem Großmarkt prägte den Magdalenengrund. Äußeres Zeichen waren die zahlreichen Bäder - eigentlich eher Duschen und daher despektierlich auch als „Tröpferlbäder“ bezeichnet -, wie das städtische Volksbad (Esterhazygasse 2), das Karolinenbad (Dürergasse 14), das Esterhazybad (auch Luftbad, Gumpendorferstraße 59) u.a. Daneben florierte Gastronomie und dem Markt zulieferndes Dienstgewerbe.

Bezirksmuseum
6. Mariahilf

1060, Mollardgasse 8
(Mezzanin)
Museumsleiter
Prof. Dr. Erich Dimitz
Tel.: +43 - 1 - 586 78 68
Email: bm1060@bezirksmuseum.at

Spendenkonto:
IBAN: AT 60 1200 0507 8602 3604
Erreichbarkeit
U 4 - Pilgramgasse

12A, 13A, 14A - Pilgramgasse

Öffnungszeiten
Sonntag 11.00 bis 13.00 Uhr

Donnerstag 10.00 bis 12.00 Uhr

MUSEUM GANZJÄHRIG GEÖFFNET !

Freier Eintritt
 
 
 
 
Impressum