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Laimgrube


An den Verkehrswegen, die auf alte Römerstraßen zurückgehen, entstand um 1100 neben Gumpendorf die Laimgrube als eine der beiden ältesten Siedlungen des Bezirkes. Die beiden Dörfer lagen etwa einen Kilometer voneinander entfernt, dazwischen lagen die so genannten „Lucken“, schrebergartenähnliche kleine Siedlungen. Diese wurden in der Zeit zwischen den beiden Türkenbelagerungen immer weiter weg von der Stadt verlegt, da der Platz für die Festungsanlagen und das Glacis benötigt wurde.

Die Laimgrube wurde im Jahr 1291 erstmals urkundlich erwähnt. Sie wurde nach den Gruben benannt, in denen an den Abhängen des Wienflusses Lehm für die Ziegelgewinnung abgebaut wurde. Im Bajuwarischen hießen diese Lehmgruben „Lamgrueben“. Es entstanden zahlreiche Ziegelhütten, die damals noch von Weingärten umgeben waren. Ein Plan aus dem 16.Jahrhundert zeigt die Gegend durchsetzt mit Wein- und Safrangärten, Ziegelhütten, Gebäuden und Gärten.

Die Laimgrube zählt somit zu den ältesten Vorstädten Wiens. Das Zentrum der Siedlung, die so genannte Obere Laimgrube befand sich im heutigen Kreuzungsbereich von Windmühlgasse und Mariahilfer Straße. Die Untere Laimgrube bildete der Abhang zum Wienfluss, auch die Namen Im Saugraben und An der Wien waren für dieses Areal gebräuchlich. Im Bereich des Flussufers wurde Lehm zur Ziegelherstellung abgebaut, außerdem befanden sich hier einige Mühlen. Zwischen der Oberen und Unteren Laimgrube erstreckten sich Obst- und Weingärten, der Wein aus dieser Gegend erfreute sich damals hoher Beliebtheit. Der Weinbau zählte daher neben der Ziegelherstellung auch zu den Haupteinnahmequellen der Bevölkerung.

Herzog Albrecht II. ließ gemeinsam mit seiner Gemahlin unweit der heutigen Laimgrubenkirche eine Kapelle errichten, die dem Heiligen Theobald und der Heiligen Katharina geweiht war. 1348 gründeten sie ein Versorgungshaus (Spital), das 1354 in ein Kloster der Clarissinen umgewandelt wurde. Solche Spitals- und Klostergründungen erfolgten meistens dort, wo große Fernstraßen das Wiener Stadtgebiet erreichten. So wollte man Reisende noch vor den Toren der Stadt auffangen, um zu verhindern, dass sie möglicherweise Krankheiten und Seuchen einschleppen. Die Menschen hatten damals vor allem vor der Pest sehr große Angst, weil gegen diese Krankheit kein Heilmittel bekannt war.

Im Jahr 1451 übergab Kaiser Friedrich III. Kloster und Kirche dem Franziskanerorden. Einer der bedeutendsten Männer des Ordens, Johannes von Capistran, kam nach Wien und wirkte hier durch seine berühmten Bußpredigten – die „Capistrankanzel“ an der Außenseite des Stephansdomes erinnert noch heute daran.

Zur Zeit der Türkenbelagerungen wurde der Ort zweimal weitgehend niedergebrannt. Doch bereits während der Regierung Maria Theresias erstreckte sich die Laimgrube vom linken Wienufer bis zur „Laimgruben-Hauptstraße“ (Mariahilferstraße) und den angrenzenden Spittelberg. Im Jahre 1733 hatte die Laimgrube zwar nur 40 Häuser, aber 6400 Einwohner, da viele der Gebäude groß und geräumig waren.

Bezirksmuseum
6. Mariahilf

1060, Mollardgasse 8
(Mezzanin)
Museumsleiter
Prof. Dr. Erich Dimitz
Tel.: +43 - 1 - 586 78 68
Email: bm1060@bezirksmuseum.at

Spendenkonto:
IBAN: AT 60 1200 0507 8602 3604
Erreichbarkeit
U 4 - Pilgramgasse

12A, 13A, 14A - Pilgramgasse

Öffnungszeiten
Sonntag 11.00 bis 13.00 Uhr

Donnerstag 10.00 bis 12.00 Uhr

MUSEUM GANZJÄHRIG GEÖFFNET !

Freier Eintritt
 
 
 
 
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