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Gumpendorf

Der Bezirksteil war ursprünglich ein kleines außerhalb des Stadtgebietes gelegenes Dorf, dessen Ansiedlung auf das 11. Jahrhundert zurückgehen soll (Gumpe = Tümpel). Von den inneren Vorstadtgründungen kann Gumpendorf als die älteste angesehen werden. Schon früh mischten sich Landhäuser und Sommerresidenzen des Adels zu einer dörflich ländlichen Idylle.

Bis zum Beginn der Manufakturperiode, also ca. um 1770, bot das Dorf im Wesentlichen das gleiche Bild. Um die Gumpendorfer Straße (früher: Große Kothgasse!) als die eigentliche Hauptstraße gruppierten sich die Häuser. Auch sie war eine alte Römerstraße, die jedoch durch den Weg über die Windmühlgasse eine geringere Steigung für Fuhrwerke bot. Zur baulich geschlossenen und auch wesentlich früher gepflasterten und beleuchteten Mariahilfer Straße bestanden außer einigen Flurwegen kaum nennenswerte Querverbindungen; solche waren über die Gumpendorfer Felder zum Wiental hin stärker entwickelt.

Später als den Neubau nördlich der Mariahilfer Straße erfasste die frühe Industrialisierung Gumpendorf erst um 1800. Hier sollte bis zur Jahrhundertmitte die wichtigste gewerblich-industrielle Produktionsachse der Stadt entstehen. Kennzeichnend für die Arbeitsorganisation im frühindustriellen Wien war das Nebeneinander von Hausindustrie, zentralisierter Manufaktur und Handwerk. In dieser Zeit erfolgte der Bau erster Großbetriebe – v.a. Seidenmanufakturen, die über die neu angelegten Querstraßen wie die Webgasse (1771), die Machettigasse (1801), die Stumpergasse (1811) und die Gfrornergasse (1832) in den Ortskern eingebunden wurden.

D
anach setzte eine rege Bautätigkeit ein (Frühgründerzeit). Das zur Anwendung gekommene teppichartige Muster der Parzellierung war das typische Wachstums- und Gliederungselement im 19. Jahrhundert. Das Gumpendorf betrat die Bühne der „Stadtgeschichte“ und verließ die des „Ortes“. Um 1850 erfolgte zusammen mit 33 anderen Vorstädten die Eingemeindung. Zehn Jahre später zeigte sich bereits die Physiognomie des nunmehrigen „Stadtteiles“, ähnlich wie wir ihn heute kennen. Allerdings bestanden innerhalb der Baublöcke noch immer vergleichsweise große Höfe und Hausgärten.

Über eine kaiserliche Entschließung erfolgte ab 1861 die Planung des Gürtels zu einer vierzig Klafter (75,86 Meter) breiten Straße. Der dem Linienwall folgende Straßenzug bildete eine wichtige Voraussetzung für die 1890 beschlossene Vereinigung der Vororte mit der Stadt. Mit dieser Anlage wurden Absichten der Stadtentwicklung (Ausbau eines äußeren Ringes und Verbindung der Radialstraßen) sowie militärische Überlegungen (Truppenverschiebungen zwischen den Bahnhöfen und Kasernen) verbunden.

Auch die von Otto Wagner nach mehr als 60jährigen Vorplanungen entlang des Gürtels um 1900 realisierte Stadteisenbahn (heute U6) folgte diesem Konzept. Die Aufeinanderfolge von Hoch-, Nieder- und Unterführungen sollte optisch das Bild einer „Mauerkrone“ symbolisieren.

Bezirksmuseum
6. Mariahilf

1060, Mollardgasse 8
(Mezzanin)
Museumsleiter
Prof. Dr. Erich Dimitz
Tel.: +43 - 1 - 586 78 68
Email: bm1060@bezirksmuseum.at

Spendenkonto:
IBAN: AT 60 1200 0507 8602 3604
Erreichbarkeit
U 4 - Pilgramgasse

12A, 13A, 14A - Pilgramgasse

Öffnungszeiten
Sonntag 11.00 bis 13.00 Uhr

Donnerstag 10.00 bis 12.00 Uhr

MUSEUM GANZJÄHRIG GEÖFFNET !

Freier Eintritt
 
 
 
 
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